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Was braucht man für den Scheidungsantrag?

Letzte Aktualisierung am 13.04.2018 / Lesedauer ca. 2 Minuten

Scheidungsantrag stellen – der Anfang vom Ende einer Ehe

Wenn zwei Ehepartner sich trennen wollen, passiert das nicht zwischen Tagesschau und Wetterkarte, selbst dann nicht, wenn beide fest entschlossen sind. Der Gesetzgeber verlangt ein Trennungsjahr von den Eheleuten. Sie sollen sich eine (mindestens) einjährige Bedenkzeit gönnen, in der sie sich darüber klar werden, ob sie ihren Bund tatsächlich auflösen möchten. Erst mit Ablauf des Trennungsjahres kann der Anwalt den Scheidungsantrag bei Gericht einreichen. Mit dem Scheidungsantrag wird der juristische Prozess der Ehescheidung formal eingeleitet. Eine Ehescheidung verändert die Lebensverhältnisse beider Partner nachhaltig. Sie müssen zahlreiche Regelungen darüber treffen, wie bisher gemeinsam getragene Verantwortlichkeiten in Zukunft ausgeübt werden sollen (und von wem). Entsprechende Regelungen sind im Scheidungsantrag anzugeben. Die wichtigsten betreffen Sorgerecht und Umgangsrecht bei gemeinsamen Kindern, Unterhaltsregelungen (Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt), Absprachen über Wohnung und Hausrat, usw.

Nur Anwalt kann Scheidungsantrag einreichen

Ohne Anwalt keine Scheidung: Der Scheidungsantrag kann nur von einem Anwalt bei Gericht eingereicht werden. Für Ehescheidungen besteht in hierzulande Anwaltszwang. Bei einer „einvernehmlichen“ Scheidung (beide Partner sind sich einig, dass sie sich scheiden lassen wollen) können sie sich den zweiten Anwalt sparen. Sind sich die Partner nicht über den Scheidungsantrag einig (einer will, der andere nicht), benötigt jeder Partner einen eigenen Anwalt. Ein (jeder) Anwalt muss explizit beauftragt werden.

…. und ohne Papiere schon gar nicht

Für den Scheidungsantrag benötigt der Anwalt umfassende Informationen von den Partnern:
  • die eigenen Personalien und die der (minderjährigen) Kinder inkl. Angaben zum Wohnsitz
  • die Heiratsurkunde der Partner und die Geburtsurkunden der Kinder (jeweils im Original oder als beglaubigte Kopien)
  • Angaben zum Trennungsjahr (wann begonnen, wie dokumentierbar, z.B. durch Auszug etc.)
  • eventuell vorhandener Ehevertrag / Scheidungsfolgenvereinbarung.
Angaben zu Regelungen, die zwischen den Eheleuten bereits getroffen wurden oder noch zu treffen sind, zu:
  • Sorgerecht und Aufenthalt der Kinder, Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt
  • Zustimmung des Partners zur Scheidung, der die Scheidung nicht beantragt hat
  • Eigentumsverhältnisse und Vermögensverhältnisse (Miteigentumsfragen an Haus oder Wohnung), Vermögen eines jeden Partners bei Eheschließung, eigene und gemeinsame Verbindlichkeiten.

Der Versorgungsausgleich kann dauern

Anwälte können den Scheidungsantrag schon vor Ablauf des Trennungsjahres einreichen. Üblicherweise kann dies bereits ca. drei Monate vor Ablauf geschehen, eine Art Zeithypothek auf die zu erwartenden Verzögerungen, die durch den Versorgungsausgleich, Terminprobleme bei Gericht etc. entstehen können. Rein formal könnte das Familiengericht einen derart verfrühten Antrag allerdings zurückweisen, da zur Zeit der Einreichung noch nicht alle Scheidungsvoraussetzungen gegeben sind.

Scheidung kostet

Ab dem Scheidungsantrag kostet die Trennung: Das Gericht erhebt mit dem Einreichen der Scheidung einen Gerichtskostenvorschuss, der sich am Verfahrenswert orientiert. Wer knapp bei Kasse ist und anspruchsberechtigt ist, kann Prozesskostenhilfe beantragen. In diesem Zusammenhang kann es sinnvoll (weil billiger) sein, dass derjenige Partner die Scheidung beantragt, der Anspruch auf Prozesskostenhilfe hat. Bei uns finden Sie einen erfahrenen Anwalt für Familienrecht, der Ihnen über die wesentlichen Klippen hilft.


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