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Steueroptimierung

Letzte Aktualisierung am 23.10.2017 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Was ist unter Steueroptimierung zu verstehen?

Steuern sind dazu da, das Gemeinwesen zu finanzieren: Die Ausgaben für Infrastruktur, die Gehälter von Politikern und Lehrern, die Subventionen für Landwirte, Kulturförderung, die Finanzierung von Krankenhäusern. Die Aufgabe der Steuererhebung übernimmt der Staat. Er überprüft, welche Bürger steuerpflichtig sind und wie hoch die Abgaben sind, die sie zu entrichten haben. Eigentlich profitieren alle von den Steuern, der eine mehr, der andere weniger. Trotzdem zahlt sie keiner gerne: Steuerzahler versuchen, um ihre Steuerpflichten herumzukommen und das Finanzamt auszutricksen. Steuerhinterziehung und Steuerverkürzung sind die illegale Seite des Versuchs, weniger Abgaben an Vater Staat abzuführen. Dabei verstehen die Behörden keinen Spaß: Wer sich bei solchen Praktiken erwischen lässt, wird streng bestraft. Die legale Seite ist unter dem Begriff Steueroptimierung (auch: Steuergestaltung) bekannt. Sie bezeichnet rechtlich akzeptierte Wege für Privatpersonen und Unternehmen, die vom Staat auferlegte Steuerlast zu verringern.

Wie können Privatpersonen ihre Steuern optimieren?

Ja, man kann durch Steueroptimierung Steuern sparen, und zwar ganz legal. Privatpersonen / Privathaushalte haben hier naturgemäß weniger Möglichkeiten als Unternehmen - dennoch: Es braucht etwas Zeit und den Willen, sich in eine komplexe Materie einzuarbeiten und Steuerthemen aufmerksam zu verfolgen. Oder es braucht einen guten Berater, an den man diese Aufgaben delegiert. Privathaushalte können zum Beispiel haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen. Das betrifft Kosten für Reinigungsarbeiten im und am Haus, Dienste für das Schneeräumen, Aufwände für Malerarbeiten und Gärtnerarbeiten, Tierbetreuungskosten usw. Auch Kosten für die Tagesmutter, für Pflege- und Betreuungsdienstleistungen, für Wachdienste und für Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten zählen zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Ursprüngliche Absicht des Gesetzgebers bei diesen Steuervergünstigungen: Das Verhindern illegaler Beschäftigungsverhältnisse, die so genannte Schwarzarbeit.

Was ist bei Steuersparmodellen zu beachten?

Auch im Privatbereich anzusiedeln ist die Steueroptimierung mit so genannten Steuersparmodellen. Für vorhandenes Privatvermögen bieten sich hier vielfältige Möglichkeiten. Es ist aber gleichzeitig hohe Vorsicht geboten. Viele der in der Vergangenheit propagierten kreativen Steuerspar-Angebote der Finanzindustrie haben sich als wenig erfolgreich erwiesen. Unrentable Immobilien, windige Schiffsbeteiligungen und unseriöse Fonds haben privaten Investoren doppelten Ärger gebracht. Neben dem finanziellen Verlust für den Anleger steht zusätzlich das Risiko, dass Finanzämter die von Beratern / Verkäufern versprochenen steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten nicht anerkennen und als Gestaltungsmissbrauch werten. Mit entsprechenden Folgen. Wer Privatvermögen anlegt und dabei Steuern sparen möchte, muss sicher sein, dass er auf seriöse Berater setzt.

Wie können Unternehmen Steuern sparen?

Legale Steuer-Sparmöglichkeiten für Unternehmen gibt es zuhauf. Der findige Unternehmer besitzt ungleich mehr Optionen zur Steueroptimierung als der Privatmann. Wegen der Komplexität des Steuerrechts und der damit verbundenen Risiken kümmert er sich in der Regel auch nicht selbst um die Steueroptimierung, sondern übergibt diese Aufgabe an Fachleute, etwa Anwälte und Steuerberater. Die Möglichkeiten sind teilweise erstaunlich. Große Unternehmen zahlen, wenn sie es schlau anfangen, nur wenig Steuern. Maximal optimiert: Viele internationale Großunternehmen sind mit niedrigen einstelligen Steuersätzen dabei. Sie unterhalten Firmensitze in Steueroasen, verschieben die Gewinne über Tochterunternehmen in Länder, in denen sie keine oder kaum Steuern zahlen müssen. Wohlgemerkt: In aller Regel nutzen sie dafür völlig legale Schlupflöcher. Wenn dem Staat hier Steuereinnahmen entgehen, liegt das Problem nicht bei den Unternehmen, sondern bei den Gesetzen, die derartige Tricks gestatten.

Welche Rolle spielt die Rechtsform eines Unternehmens?

Auch die Frage der Rechtsform eines Unternehmens kann eine wichtige Rolle bei der Steueroptimierung spielen. Hohe Gewinne bei Personenfirmen werden stark besteuert. Wechselt das Unternehmen die Rechtsform (z.B. zur GmbH), können die Gewinne in der Firma verbleiben. Dort sind zwar auch Steuern zu zahlen, doch GmbH-Unternehmer schmälern den Gewinn dadurch, dass sie sich ein Gehalt auszahlen (plus Aufwendungen für Vorsorge) und das Ganze als Betriebsausgabe steueroptimierend verbuchen. Steuern lassen sich z.B. auch durch die Gründung einer atypischen stillen Gesellschaft sparen (in diesem Fall Gewerbesteuern). In Fragen der Steueroptimierung und der Rechtsform ist der Anwalt für Gesellschaftsrecht ein wichtiger Berater. Bei uns finden Sie einen Anwalt für Gesellschaftsrecht per Klick- ganz in Ihrer Nähe.


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