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Strafanzeige: Wenn Sie etwa melden möchten

Letzte Aktualisierung am 26.01.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Behörden, allen voran die Polizei, sind grundsätzlich für Sicherheit und Ordnung zuständig. Unterstützung erhalten die Beamten unter anderem von den Bürgern: Diese können Strafanzeige stellen, wenn sie über eine augenscheinliche Straftat Kenntnis erhalten. Eine Strafanzeige dient also in erster Linie der Information von Behörden, nach dem Motto: "Hier geht offensichtlich etwas nicht mit rechten Dingen zu." Jedoch: Eine Strafanzeige ist ein eher leichtes Rechtsmittel. Mehr Nachdruck verleiht ein anderes.

Man muss nicht selbst geschädigt sein

Strafanzeige kann jeder stellen, der eine mutmaßliche Straftat beobachtet hat. Man muss selbst also nicht Opfer bzw. Geschädigter sein. Strafanzeige kann auch gegen Unbekannt gestellt werden. Typisches Beispiel ist das Beobachten randalierender Jugendlicher, die bei einem Streifzug Hauswände verschmutzen oder eine Ladenscheibe einwerfen; wie gesagt muss es nicht die eigene Hauswand oder das eigene Geschäft sein. Eine Strafanzeige nimmt jede Polizeidienststelle, die Staatsanwaltschaft oder das Amtsgericht entgegen. Wie intensiv einer Strafanzeige nachgegangen wird, hängt u.a. davon ab, ob ein öffentliches Interesse an der Aufklärung besteht.

Man muss nicht zur Polizei gehen

Eine Strafanzeige kann, muss aber nicht schriftlich ausgearbeitet sein oder persönlich überbracht werden. Es reicht auch die mündliche Form, z.B. durch ein Telefonat mit der örtlichen Polizeidienststelle. Auch über die Internetseiten von Polizeiinspektionen kann eine Strafanzeige mittlerweile vielerorts gestellt werden. Wer seinem Anliegen mehr Nachdruck verleihen möchte, stellt eine Anzeige besser mit Hilfe eines Anwalts.

Falsch-Anzeige

Eine Falsch-Anzeige oder eine falsche Verdächtigung liegt dann vor, wenn mit einer Strafanzeige nur die Schädigung einer anderen Person beabsichtigt wird. Wenn Ihnen also nachgewiesen werden kann, dass Sie um die Unschuld des von Ihnen Angezeigten wussten, müssen Sie mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Diese können nach § 164 Strafgesetzbuch eine Geldstrafe, aber auch eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren sein.

Selbstanzeige

Auch die Selbstanzeige ist eine Variante der Strafanzeige. Wer eine Straftat (typischerweise Steuerhinterziehung) oder eine Ordnungswidrigkeit (Fahrerflucht nach Leitplankenschaden) begangen hat und sich selbst stellen möchte, kann die Möglichkeit der Selbstanzeige wählen. In der Realität stellen sich Täter selbst nur dann, wenn sie eine Strafmilderung oder eine Strafbefreiung erwarten können. Im Steuerstrafrecht können sich Täter von einer Selbstanzeige einiges erhoffen. Im Verkehrsstrafrecht, siehe obiges Beispiel mit der Fahrerflucht nach Demontage einer Leitplanke, stehen die Chancen indes weitaus schlechter. Die Auswirkungen einer Selbstanzeige sollten im Vorfeld genauestens ausgelotet werden.

Strafantrag unter Umständen wirkungsvoller

Sind Sie Geschädigter einer Straftat, empfiehlt sich in den meisten Fällen eher die Stellung eines Strafantrags. Voraussetzung ist also, dass Sie selbst Opfer der Straftat sein müssen. Mit einem Strafantrag fordern Sie die Verfolgung eines Delikts, durch welchen Sie Schaden erlitten haben. Bei einem Strafantrag muss kein öffentliches Interesse vorliegen. Typische Delikte sind Sachbeschädigung, Körperverletzung und Beleidigung. Allerdings: Mit einem Strafantrag erreichen Sie lediglich, dass Ermittlungen auch in Ihrem privaten Fall aufgenommen werden, nicht das garantiert Anklage erhoben wird. Geht es Ihnen um eine Anklage bzw. möchten Sie eine Verurteilung erreichen, müssen Sie Privatklage erheben.

Strafanzeige, Strafantrag oder Privatklage?

Sie sind sich unsicher, ob Sie Strafanzeige oder Strafantrag stellen sollen oder können? Ein Telefonat mit Mitarbeitern Ihrer nächsten Polizeidienststelle könnte Ihnen helfen. Sollte es sich um eine schwere oder komplexe Straftat handeln, in der Sie eventuell verwickelt sind oder werden könnten, wenden Sie sich besser sofort an einen Anwalt. Auch wenn Sie bereits selbst aktiv geworden sind, kann ein Rechtsanwalt je nach Fall vielleicht noch entscheidende Hilfe leisten. Ein Anwalt für Strafrecht berät Sie weiterhin, ob die Erhebung einer Privatklage in Ihrem Fall Aussichten auf Erfolg hat bzw. welches Ergebnis Sie davon erwarten können.


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