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Strafrecht: Rechtliches zum Täter-Opfer-Ausgleich

Letzte Aktualisierung am 22.09.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Der Täter-Opfer-Ausgleich

Bei einer Straftat, die in ein herkömmliches Strafverfahren mündet, gibt es kaum Möglichkeiten der psychologischen Aufarbeitung auf der Seite des Opfers / Verletzten. Oft ist der erste und letzte Kontakt zum Täter das Tatereignis, die nächste darauf folgende Begegnung die Zeugenaussage in der Hauptverhandlung. Für viele durch eine Straftat verletzte Menschen kann es jedoch überaus wichtig sein, dem Täter erneut gegenüberzustehen. Sie können dadurch die Tat besser bewältigen, sind in der Lage, ihre Ängste zu bearbeiten, erkennen mögliche Motive des Täters und können so etwas wie (bewusst vorsichtig formuliert:) ein Verständnis entwickeln. Die Frage nach dem "Warum" ist in der Bewältigung ein wichtiger Puzzlestein; sie braucht eine Antwort. Die kann sich das Opfer jedoch kaum selbst geben. Ähnlich der Mediation in anderen Rechtsbereichen, gibt es mit dem Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) ein von der Rechtspraxis gestütztes Mittel der Konfliktbearbeitung, das neben anderen Zielen eine Art Aufarbeitung des Opfer-Täter-Konflikts und eine Wiedergutmachung durch den Täter beabsichtigt. Der TOA kann grundsätzlich bei nahezu allen Straftaten eingesetzt werden. Da es bei Täter und Opfer die Bereitschaft zur Aussöhnung voraussetzt, eignet sich der Ausgleich eher für leichtere Delikte und Affekthandlungen. Die "Nummer eins" bildet dabei mit großem Abstand die Körperverletzung . Statistisch die meisten TOA´s werden bei jungen Tätern angestrebt, die zwischen 14 und 20 Jahren sind.

Täter-Opfer-Ausgleich - es geht um Wiedergutmachung

Zunächst einmal: Ein Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) kann nur dann in die Wege geleitet / angebahnt werden, wenn beide Parteien es wollen. Es besteht weder Zwang noch Vorschrift, dass er stattzufinden habe. Er kann für beide vorteilhaft sein; das zu ermessen liegt in der eigenen Verantwortung der Parteien. Eine gute Beratung ist hier sicherlich sinnvoll. Der Impuls für den TOA kommt in der Regel von der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder den Anwälten von Täter oder Opfer. Der TOA ist in seinem Charakter eine freiwillige Vereinbarung zwischen den Parteien, die immaterielle UND materielle Schäden wieder gutmachen soll. Kommt es zu einer Vereinbarung, wird sie wird für beide Seiten als verbindlich angesehen. Der Täter entschuldigt sich und zeigt Reue; Opfer und Täter handeln miteinander eine materielle Entschädigung aus. Das Ergebnis der TOA-Verhandlungen wird der Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Es ist allein Sache der Justiz, dieses Ergebnis zu bewerten. Sie wird nun entscheiden, wie das Strafverfahren weitergeführt wird. Das Ergebnis ist offen: Der TOA kann eine Strafmilderung bewirken oder zu einer Einstellung des Verfahrens führen. Ausnahme: Bestimmte schwere Straftaten gelten nicht als TOA-fähig.

Wer führt TOA durch?

Ähnlich dem Mediator muss der TOA-Vermittler ein für beide Seiten neutraler Ansprechpartner sein. Allerdings ist nicht gesetzlich geregelt, welche Institutionen / Personen einen TOA durchführen können. Erfahrung im Konfliktmanagement, ein juristischer Hintergrund, eine hinreichend professionelle Einstellung und genügend Sensibilität für die spezielle Situation sind wünschenswerte Voraussetzungen. Es gibt inzwischen auch eine besondere Ausbildung für TOA-Vermittler (Ausbildung zum "Mediator/zur Mediatorin in Strafsachen").

Schwierigkeiten beim Täter-Opfer-Ausgleich

Es kommt vor, dass Täter den TOA bewusst nur deshalb anregen, weil sie sich davon eine strafmilderne Wirkung versprechen - oder eben eine gänzliche Einstellung des Verfahrens. Sie streben keine ernsthafte Wiedergutmachung der Tat an. Auch denkbar ist die Variante, dass Täter unter allen Umständen die Eröffnung einer Hauptverhandlung vermeiden wollen und in einen TOA einwilligen, obwohl nicht klar ist, wie ihre Schuld in der Tat zu bewerten ist. Denn letztlich ist zum Zeitpunkt der Einleitung einer TOA noch kein Urteil gesprochen (der Täter-Opfer-Ausgleich wird meist während des Ermittlungsverfahrens eingeleitet). Rechtlich gesehen ist der Beschuldigte eigentlich noch kein "Täter", die verletzte Person noch kein "Opfer". Mit dem TOA könnten also Zustände zementiert werden, die den eigentlichen Tatsachen nicht standhalten. Der Täter-Opfer-Ausgleich kann eine gute Sache sein, wenn er von beiden Seiten mit der dafür notwendigen Ernsthaftigkeit betrieben wird. Echte Reue und Wiedergutmachung auf der Seite des Täters, Genugtuung, Bewältigung, finanzielle Entschädigung für das Opfer, Aussöhnung für beide - das können die positiven Ergebnisse sein, wenn alles gut läuft. Manche Täter kennen das Motiv Reue jedoch nicht; für manche Opfer kommt ein neuerlicher Kontakt mit dem Täter unter keinen Umständen in Frage. Das sind Gegenanzeigen, die den TOA ausschließen.

Ein Anwalt kann beurteilen, wann ein Täter-Opfer-Ausgleich infrage kommt

Zahlreiche Verteidiger und Anwälte von Opfern empfehlen ihren Mandanten einen TOA und berichten von meist guten Erfahrungen. Ein erfahrener Anwalt kann beurteilen, wann das außergerichtliche TOA-Verfahren ein Mittel der Wahl ist und wann es nicht infrage kommt. Wenn Sie einen erfahrenen Anwalt für Strafrecht suchen, sind sie bei uns richtig. Bei uns finden Sie einen - einfach per Klick!