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Anwalt Uneheliches Kind

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Uneheliche Kinder: Wer hat welche Ansprüche?

Letzte Aktualisierung am 2016-04-26 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Uneheliche Kinder wurden lange Zeit benachteiligt

Ein uneheliches Kind zu sein, galt bis vor nicht allzu langer Zeit als sozialer Makel. Auf Kinder, die außerhalb der "heiligen" Ehe gezeugt und geboren wurden, schaute man missbilligend herunter. Auch das Recht kannte Unterschiede zwischen einem unehelichen und einem durch die Ehe sanktionierten Kind. Ein grundsätzliches Problem: Ein Kind sucht sich nicht aus, in welche Verhältnisse es leben wird; trotzdem mussten viele betroffene Kinder schlimme Folgen ausbaden, für die sie nichts konnten. Reste dieser Stigmatisierung halten sich hartnäckig in der Gesellschaft. Immer mehr Kinder werden heute außerhalb von Ehen geboren - doch nicht nur deshalb bestand dringender Handlungsbedarf für den Gesetzgeber. Ergebnis: Rechtlich gesehen gibt es faktisch keine "Unehelichkeit" mehr. Nicht ehelich geborene Kinder sind ehelich geborenen Kindern in allen Belangen gleichgestellt. Wichtige Änderungen, die Auswirkungen auf die neue Gleichstellung haben, finden sich beispielsweise im Sorgerecht und im Erbrecht.

Die Gleichstellung unehelich geborener Kinder im Erbrecht

Bis zur Einführung des Erbrechtsgleichstellungsgesetzes im April 1998 hatten außerhalb der Ehe geborene Kinder gegenüber ihrem Vater lediglich einen "Erbersatzanspruch". Obwohl sie leibliche Kinder waren, waren sie den in der Ehe geborenen, leiblichen Kindern des Vaters nicht gleichgestellt. Sie konnten keine Mitglieder einer Erbengemeinschaft sein und hatten damit auch kein Mitbestimmungsrecht bei der Verteilung des Nachlasses. Der Erbersatzanspruch berechtigte ein uneheliches Kind lediglich zu einer Geldzahlung in Höhe der Erbquote; immerhin eine Besserstellung gegenüber dem Pflichtteil(sanspruch), der nur die Hälfte des gesetzlichen Erbteils beträgt. Gegenüber der Mutter und deren Verwandten hatte ein uneheliches Kind den gleichen (erbrechtlichen) Anspruch wie deren eheliche Kinder. Seit dem Frühjahr 2011 hat der Gesetzgeber alle Unterschiede zwischen ehelich und nichtehelichen Kindern im Erbrecht vollständig nivelliert. Mit einer Ausnahme: Für vor dem 1.07.1949 nichtehelichen Kinder blieb bestehen, dass sie lediglich einen Erbersatzanspruch gegenüber dem Vater hatten, sofern dieser vor dem 29.05.2009 verstorben war.

Die Gleichstellung unehelich geborener Kinder im Sorgerecht

Bei unverheirateten Paaren mit gemeinsamen Kindern war früher das Sorgerecht ein Privileg der Mutter: Ihr stand automatisch das alleinige Sorgerecht zu. Wollte sich der Vater ebenfalls beteiligen, benötigte er dafür die Zustimmung der Mutter. Beide mussten eine gemeinsame freiwillige Sorgerechtserklärung abgeben. Weigerte sich die Mutter jedoch, hatte der Vater keine Chance auf eine Teilhabe am Sorgerecht. Im Juli 2010 hat das Bundesverfassungsgericht das mütterliche Privileg bei unverheirateten Paaren faktisch gekippt: Väter sollten mehr Rechte bekommen. Die neue Regelung gesteht Vätern, die sich am Sorgerecht beteiligen möchten, jetzt ein Klagerecht gegen das mütterliche Veto zu.

Die Stellung unehelich geborener Kinder im Unterhaltsrecht

Nach dem heutigen Unterhaltsrecht sind eheliche und nichteheliche Kinder prinzipiell gleichgestellt. Eltern sind für ihre Kinder unterhaltspflichtig, ganz gleich ob sie in einer Ehe geboren wurden oder nicht. Die Höhe des Unterhalts richtet sich nach dem Einkommen des/der jeweils Unterhaltspflichtigen (Düsseldorfer Tabelle). Die elterliche Unterhaltspflicht bleibt so lange erhalten, bis das unterhaltsberechtigte Kind in der Lage ist, seinen eigenen Unterhalt zu decken (in der Regel bis zum Ende der Ausbildung / des Studiums).

Uneheliche Kinder haben gleiche Rechte: Holen Sie Rat ein

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