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Beide Elternteile sind zum Unterhalt verpflichtet

Bei der Unterhaltszahlung gibt es grundsätzlich zwei Arten zu unterscheiden: Einerseits den Ehegattenunterhalt, der gegebenenfalls für den Ex-Partner zu zahlen ist und den Kindesunterhalt, der wie der Name schon sagt, der Unterhalt für die Kinder darstellt.

Grundsätzliches zum Unterhalt für Kinder

Beim Kindesunterhalt gilt es zwei Ansprüche zu unterscheiden: den so genannten Naturalunterhalt und den Barunterhalt. Klingt schrecklich, gemeint ist folgendes: Wenn sich Eltern trennen, lebt das Kind normalerweise bei einem der beiden Elternteile. Dieser erbringt den Naturalunterhalt, sorgt also für Essen, beaufsichtigt /betreut das Kind und erzieht es. Der andere Elternteil muss seinen Part in Form von Barunterhalt = Bargeld erbringen. Er überweist also einen festzulegenden Betrag und leistet somit seinen Beitrag für das Kind. Die Übergänge sind natürlich fließend: Auch der unterhaltspflichtige Partner erzieht das Kind, zumindest in den Zeiten, in denen das Kind bei ihm ist.

Höhe des Barunterhalts

Die Höhe des finanziellen Unterhalts wird aufgrund des Einkommens des Unterhaltspflichtigen festgelegt. Zudem hängt die Höhe vom Alter / Bedarf des Kindes ab. Eine gute Grundlage bietet die so genannte Düsseldorfer Tabelle. Diese wird in regelmäßigen Abschnitten aktualisiert, d.h. den aktuellen Lebenshaltungskosten angepasst. Weiter gilt:
  • zwischen ehelichen und unehelichen Kindern wird beim Unterhalt nicht unterschieden
  • Unterhalt zahlt immer das leibliche Elternteil, nicht der neue Lebenspartner
  • Ist das Kind 18 Jahre alt geworden, gelten neue Regeln: Nun sind beide Eltern zur Bargeldleistung verpflichtet; und zwar bis zum ersten Berufsabschluss des Kindes. Kosten für Wohnraum, Essen etc. können ggf. angerechnet werden.

Nicht verwechseln mit Elternunterhalt

Kindesunterhalt und Elternunterhalt werden in der Praxis häufig verwechselt. Elternunterhalt meint nicht den Unterhalt, den Eltern leisten. Gemeint ist derjenige Unterhalt, den Eltern erhalten - und zwar unter Umständen auch von ihren Kindern. Denn viele ältere Menschen benötigen Pflege und Hilfe beim Meistern des alltäglichen Lebens. Die Kosten für eine Haushaltshilfe oder für die Betreuung im Alten- oder Pflegeheim sind von vielen nicht zu stemmen. Kann auch der Ehepartner die Kosten dafür nicht aufbringen, treten die öffentlichen Stellen an die Kinder heran. Wie viel Unterhalt Kinder für ihre pflegebedürftigen Eltern zahlen müssen (und ob überhaupt), ist von ihren Einnahmen abhängig. Abzugsfähig sind u.a. eigene Unterhaltspflichten und laufende Kredite. Auch ein Eigenbehalt ist vorgesehen. Übrigens haften mehrere Kinder gemeinsam für den Unterhalt ihrer Eltern.

Die verschiedenen Zeitabschnitte gut meistern

Es gibt also mindestens zwei Zeitabschnitte, für die die Eltern eine funktionierende und faire Unterhaltsregelung finden müssen: für die Dauer des Heranwachsens sowie die der Ausbildung des Kindes. Im Einzelfall müssen viele Fragen beantwortet werden; egal ob das Kind mehrmals zwischen den Elternteilen hin- und herwechselt oder ob es um Zusatzkosten wie z.B. medizinische Behandlungen geht: Eine gute Beratung und darauf aufbauend eine langfristige Unterhaltsregelung lassen hier erst gar keine "Gewitter" aufkommen. Kontaktieren Sie jetzt unverbindlich einen unserer erfahrenen Anwalt für Familienrecht.

Letzte Aktualisierung am 2016-04-27

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