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Was ist Weisungsrecht oder Direktionsrecht?

Weisungsrecht und Direktionsrecht meinen das gleiche, nämlich das Recht des Arbeitgebers, seinem Arbeitnehmer bestimmte Anweisungen zu erteilen, die Letzterer befolgen muss. Tut er das nicht, verstößt das unter Umständen gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Den rechtlichen Rahmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer stellt der Arbeitsvertrag dar. Meist sind hier jedoch nur Art und Umfang der Tätigkeit festgelegt, die der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gegen Zahlung von Gehalt oder Lohn schuldet. Weitere Einzelheiten, genauer: Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung, kann der Chef dem Mitarbeiter per Direktionsrecht aufgeben. Einschränkung: Was im Arbeitsvertrag konkret festgelegt ist, wird vom Direktionsrecht nicht berührt. Soll der Mitarbeiter zum Beispiel an einem anderen als dem im Arbeitsvertrag fixierten Dienstort eingesetzt werden, bedarf das seiner Zustimmung. Auch über das, was in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen festgelegt ist, kann sich der Chef nicht per Direktionsrecht hinwegsetzen.

Warum ist der Arbeitsvertrag so wichtig?

Der Chef ist der "Bestimmer", das Direktionsrecht (juristisch ein so genanntes "einseitiges Leistungsbestimmungsrecht") gibt ihm einen großen Spielraum. Beispiel: Wer sicher sein will, dass er samstags seiner Familie gehört, sollte in seinem Arbeitsvertrag eine Arbeitszeit von Montag bis Freitag konkret vereinbaren. Ohne eine solche Vereinbarung kann der Chef nämlich durchaus Arbeit am Samstag verordnen. Wer solche Grenzen wahren will, muss sie in seinem Arbeitsvertrag festlegen.

Wenn das Weisungsrecht nicht ausreicht

Weil der Spielraum des Direktionsrechts zuweilen nicht genügt, versuchen Arbeitgeber, Arbeitsverhältnisse durch so genannte Versetzungsklauseln zu "flexibilisieren", die in Arbeitsverträge eingebaut werden. Häufig betreffen sie Änderungen der Tätigkeit und / oder des Arbeitsortes. Mit solchen Klauseln können sich Arbeitgeber das Recht vorbehalten, ihren Arbeitnehmern andere Arbeiten zuzuweisen, sie an anderen Einsatzorten zu beschäftigen oder gar ins Ausland zu versetzen.

Wo liegen die Grenzen des Weisungsrechts

Neben den Einschränkungen durch Gesetze, Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und den Arbeitsvertrag hat das Weisungsrecht weitere Grenzen. Chefs (und ihre Beauftragten) dürfen nur Anweisungen erteilen, die den Grundsätzen der Billigkeit entsprechen. Anweisungen müssen angemessen sein:
  • Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, Anweisungen zu folgen, die sittenwidrig sind oder gegen Gesetze verstoßen. /li>
  • Er muss sich nicht auf einen unzumutbaren Arbeitsplatz versetzen lassen. /li>
  • Er muss weder eine Kürzung des Arbeitsentgeltes noch der Arbeitsstunden akzeptieren. /li>
  • Ohne entsprechende Versetzungsklausel muss er sich nicht an einen anderen (für ihn unzumutbaren) Arbeitsort versetzen lassen
Ob ein Arbeitgeber bei der Ausübung seines Weisungsrechtes im Rahmen bleibt, kann ein Arbeitnehmer rechtlich überprüfen lassen. Vorsicht: Es ist unklug, die Anordnung des Chefs einfach zu boykottieren. Damit riskieren Sie unter Umständen arbeitsrechtliche Konsequenzen (eben dann, wenn der Chef im Recht ist). Die Rechtslage ist nämlich nicht immer offensichtlich. Beispiel: Der Arbeitnehmer ist in besonderen (betrieblichen) Notsituationen verpflichtet, auch Anordnungen zu befolgen, die über die vereinbarten Verpflichtungen hinausgehen. Es ist daher allemal klüger, den Anordnungen des Chefs zunächst Folge zu leisten und gleichzeitig rechtlichen Rat einzuholen. Ein Anwalt für Arbeitsrecht ist bei Fragen des Direktionsrechts ein guter Ratgeber. Hier finden Sie einen per Klick.

Letzte Aktualisierung am 2017-11-20

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