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Rechtliches zur Zahnarztrechnung

Wenn die Zahnarztrechnung zu hoch ist

Eine Rechnung wird selten mit Freuden bezahlt, am wenigsten dann, wenn sie höher ausfällt als erwartet. Schickt der Zahnarzt eine Rechnung, handelt es sich auch oft um hohe Beträge. Aus der Laienperspektive schwer einzuschätzen, ob sie in der Höhe gerechtfertigt ist. Zwei Sitzungen, eine Krone und über tausend Euro für das bisschen Porzellan? Kann das mit rechten Dingen zugehen?

Zahnarztrechnungen bei Kassenpatienten: Bemühen Sie sich vorab um Klarheit

Ein Zahnarzt ist verpflichtet, seine Patienten über die Höhe der zu erwartenden Kosten einer Behandlung genau aufzuklären. Die Behandlung kleiner Zahnschäden wird bei gesetzlich Versicherten in der Regel vollständig von der Kasse übernommen. Geht es bei Kassenpatienten allerdings um Zahnersatz, müssen sie einen Eigenanteil leisten. Sie erhalten einen Heil- und Kostenplan, der die Kosten der geplanten Behandlung aufschlüsselt und den Eigenanteil des Patienten listet, also den Teil der Behandlung, den der Patient selbst bezahlen muss. Ist der Heil- und Kostenplan schwer verständlich (das ist er häufig), sollte man ihn sich detailliert vom Zahnarzt erläutern lassen. Wer sich immer noch unsicher ist, sollte Kontakt zu seiner Krankenkasse aufnehmen. Sie muss den Plan genehmigen, bevor der Zahnarzt die Behandlung durchführen kann und kann daher mit Sicherheit erläutern, ob Art der Behandlung und Höhe der veranschlagten Kosten gerechtfertigt sind.

Klarheit ist auch für privat Versicherte wichtig

Gegenüber Privatpatienten hat der Zahnarzt die gleiche Aufklärungs-Verpflichtung. Er muss dem Patienten klar machen, was die Behandlung kosten wird, die er geplant hat. Hier weichen die Verhältnisse jedoch etwas ab. Denn wer privat versichert ist, ist direkter Vertragspartner des Zahnarztes. Er bekommt die Zahnarztrechnung, begleicht sie und erhält die Kosten von seiner privaten Krankenversicherung zurückerstattet - wenn alles gut geht. Denn private Krankenversicherer zahlen längst nicht mehr jede Zahnarztrechnung in beliebiger Höhe. Weigert sich die private Krankenversicherung, vom Zahnarzt in Rechnung gestellte (und vom Patienten bereits beglichene Kosten) zurückzuerstatten, hat der Patient den Schwarzen Peter. Auch für privat Versicherte empfiehlt sich daher dringend die Rücksprache mit ihrer Krankenversicherung noch vor Behandlungsbeginn. Der Versicherer kann auf jeden Fall Auskunft darüber geben, ob und in welcher Höhe er zu leisten bereit ist.

Konflikte um eine Rechnung sind manchmal unausweichlich

Trotz aller Versuche, sich vor der Behandlung Klarheit zu verschaffen: Es kann auch schief gehen. Bisweilen greifen Zahnärzte nämlich auch in die Trickkiste bei der Bemessung ihrer Honorare. Beliebt sind beispielsweise Spielchen mit dem so genannten Steigerungsfaktor: Bei privaten Rechnungen dürfen Zahnärzte in Abhängigkeit von der Schwierigkeit der Behandlung, dem Zeitaufwand und eventuellen besonderen Umständen einen Steigerungsfaktor einsetzen, der die Behandlungskosten in die Höhe treibt. Ein Steigerungsfaktor von 2,3 ist normal; die meisten Privatversicherer zahlen ihn auch. Doch häufig setzen Zahnärzte auch den maximalen Faktor von 3,5 an - selbst dann, wenn im Kostenvoranschlag von einem "normalen" Steigerungsfaktor die Rede war. Hier gehen viele Kassen nicht mehr mit; der Patient bleibt dann oft auf den Kosten sitzen. Dem Zahnarzt steht eine Erhöhung der Steigerung zwar zu, denn tatsächlich können während einer Behandlung unvermutete Schwierigkeiten auftreten, die die Kosten erhöhen. Allerdings ist der Zahnarzt verpflichtet, einen den Faktor 2,3 übersteigenden Gebührensatz dem Patienten gegenüber zu näher zu begründen. Und manchmal bleibt der Verdacht, dass ein erfahrener Zahnarzt die besonderen Schwierigkeiten, die zu einer Abweichung von den veranschlagten Kosten führen, hätte vorhersehen können.

Der Gang zu einem Anwalt kann der richtige Schritt sein

Wenn Sie sich trotz hoher eigener Sorgfalt von Ihrem Zahnarzt über den Tisch gezogen fühlen, sind Sie nicht wehrlos. Die Zahnarztrechnung fällt ungewöhnlich hoch aus, Ihr Versicherer erstattet von Ihnen verauslagte Rechnungen nicht zurück: Bei uns finden Sie ausgewiesene Fachleute, die sie gerne beraten und versiert vertreten. Kontaktieren Sie am besten jetzt gleich unverbindlich einen Rechtsanwalt für Medizinrecht in Ihrer Nähe!

Letzte Aktualisierung am 2015-12-22

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