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Zugewinngemeinschaft: Es geht nur um den Zeitraum der Ehe!

Letzte Aktualisierung am 28.04.2016 / Lesedauer ca. 2 Minuten
Bei der Zugewinngemeinschaft geht es um Vermögenswerte, die ausschließlich während der Ehe zustande gekommen sind. Alles was hier angeschafft (Haus) oder ausgegeben wird (Darlehen), ist sozusagen "Gemeinschaftseigentum". Kommt es zu einer Scheidung werden alle Werte aus der Ehe ermittelt und eventuell ein Zugewinnausgleich zu Gunsten eines Partners durchgeführt.

Für wen die Zugewinngemeinschaft funktioniert

Die Zugewinngemeinschaft ist die häufigste Form einer Ehegemeinschaft. Sie ist für alle Paare sinnvoll, die in "klaren Verhältnissen" leben. Das bedeutet nicht, dass kein Geld vorhanden sein muss, sondern dass vorhandenes Vermögen sowie Schulden klar zugeordnet werden können und das gemeinsam angeschaffte Vermögenwerte eindeutig bewertbar ist, z.B. eine Wohnung, ein Ferienhaus etc..

Generell gilt: Im Falle einer Scheidung werden alle Vermögenswerte und Schulden aus der Zeit der Ehe bewertet und auf die Partner umgelegt. Wird festgestellt, dass der Zugewinn während zu Ihren Gunsten ausfällt, müssen Sie diesen Vorteil gegenüber Ihrem Partner ausgleichen. Dieser Zugewinnausgleich erfolgt durch Geldleistungen, nicht durch Sachleistungen.

Bei Selbstständigkeit kann es ungerecht werden

Kompliziert - und für einen Partner oftmals ungerecht - wird es dann, wenn eine Bewertung, generell oder im Nachhinein, schwer möglich ist. Wenn zum Beispiel während der Ehe ein Unternehmen aufgebaut wurde, in dem ein Partner ohne Gehalt gearbeitet hat; oder Beträge in die Firma flossen, die im Nachhinein nicht mehr einem Partner zugeordnet werden können. Auch bei einer "normalen Selbstständigkeit" kann es Probleme geben: Sind Sie selbstständig wissen Sie am besten, dass die Ermittlung eines Durchschnittseinkommens quasi nicht möglich ist, sondern vielmehr eine Prognose darstellt, die von vielen Faktoren abhängt, die man selbst gar nicht in der Hand hat. Wie kann im Fall einer Scheidung hierfür ein für beide Seiten realistischer, fairer Betrag ermittelt werden?

Ein Ehevertrag ist jederzeit möglich!

Viele Entwicklungen in unserem Leben können wir zum Zeitpunkt der Eheschließung noch nicht absehen. Insgesamt befinden sich z.B. heutzutage mehr Menschen in freiberuflichen Tätigkeiten mit schwankendem Monatseinkommen oder erhalten nur noch befristete Arbeitsverträge. Das kann Auswirkungen auf die Berechnung des Zugewinns haben, wenn die Ehe geschieden wird. Ihr Vorteil: Sie können zu jeder Zeit, auch während der Ehe, einen Ehevertrag abschließen und darin z.B. Gütertrennung, Gütergemeinschaft oder einen abgewandelten Zugewinnausgleich vereinbaren.

Das Fazit

Egal, ob Sie sich gerade vor der Hochzeit oder in einer bereits geschlossenen Ehe befinden: Änderungen in Bezug auf die Regelung von Vermögen und Schulden sind jederzeit möglich - übrigens auch noch während der Trennungsphase.

Lassen Sie sich ausführlich beraten: Kontaktieren Sie gleich hier unverbindlich einen erfahrenen Anwalt für Familienrecht


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