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Strafrecht , 05.07.2017

„Badesalz“ – Abhängigkeit macht Straftäter schuldunfähig!

„Badesalz“ – Abhängigkeit macht Straftäter schuldunfähig! © swa182 - Fotolia

Die Modedroge „Badesalz“ hat nichts mit einem blubbernden Badezusatz zu tun, sondern ist ein gefährliches Rauschmittel mit einer kokainmäßigen Wirkung, das Verfolgungswahn und Halluzinationen hervorruft. Ein Straftäter wurde vom Amtsgericht München nicht wegen einer Straftat verurteilt, weil er aufgrund von „Badesalz“ unter einer substanzinduzierten Psychose litt und damit schuldunfähig war.

Im zugrundeliegenden Fall konsumierte ein junger Mann über mehrere Jahre die Droge „Badesalz“ und litt deshalb unter der Wahnvorstellung, von Menschen oder Figuren verfolgt zu werden. Die Polizei stellte im Rahmen eines Einsatzes in seiner Wohnung eine Schreckschusswaffe mit mehreren Patronen sicher, obwohl dem jungen Mann der Besitz von Waffen behördlich untersagt war. Er gab den Waffenbesitz vor Gericht zu, wurde aber nicht wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt.

Therapie statt Gefängnis


Nach Auffassung des Amtsgerichts München (Aktenzeichen 1119 Ds 247 Js 178520/16) litt der Mann zum Tatzeitpunkt an einer substanzinduzierten Psychose litt und war daher schuldunfähig. Statt einer Verurteilung ordnete das Gericht die Unterbringung in einer stationären Entziehungsanstalt zur Bewährung an, da es eine Therapie für den jungen Mann als notwendig erachtet.

erstmals veröffentlicht am 03.07.2017, letzte Aktualisierung am 05.07.2017

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