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Kategorie: Anwalt Bankrecht/Kapitalmarktrecht , 18.03.2016 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Bank haftet für Schließfacheinbruch!

Eine Bank muss ihren Kunden im Falle eines Schließfacheinbruchs Schadensersatz leisten. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Kammergerichts Berlin hervor.

In der betroffenen Bank mietete ein Mann mit gefälschtem finnischem Ausweis ein Schließfach. Noch am selben Tag kam er mit einer großen Tasche und in Begleitung von zwei weiteren Männern in die Bank und erhielt Zutritt zum Tresorraum. Dort brachen die Männer mehrere Schießfächer auf. Eine geschädigte Bankkundin klagte auf Schadensersatz in Höhe von rund 65.000 Euro.

Bank verletzte Obhutspflichten gegenüber Kunden


Das Kammergericht Berlin (Aktenzeichen 26 U 18/15) sah in dem Schließfacheinbruch eine Verletzung der Obhuts- und Aufklärungspflichten der Bank gegenüber ihrer Kundin. Ein Kunde dürfe erwarten, dass eine Bank entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Tresore treffe, da dort naturgemäß wertvolle Dinge aufbewahrt würden. Konkret warf das Gericht der Bank vor, dass diese die Echtheit der Ausweispapiere des Täters nicht mit einem entsprechenden Datensystem überprüft habe. Auch hätte die große Tasche des Täters kontrolliert werden müssen. Im Tresorraum hätte eine Alarmanlage installiert sein müssen, die auf Erschütterungen reagiert. Die Bank hätte auch eine Videokamera im Tresorraum anbringen müssen – um die Diskretion gegenüber den Kunden zu wahren, hätte ein Nebenraum ohne Videokamera genügt. All diese Sicherheitsvorkehrungen seien der Bank auch zu zumuten gewesen.

Bank verletzte auch Aufklärungspflichten gegenüber Kunden


Das Gericht führte weiter aus, dass die Bank auch Aufklärungspflichten gegenüber ihrer Kundin verletzt habe. Sie habe nicht darauf aufmerksam gemacht, dass keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen im Tresorraum getroffen worden seien.

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