anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht , 21.01.2008 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Besser wissen, was die Unterschrift kostet: Ab Juli 2008 erhalten Versicherungsprodukte Visitenkarte

Mit der Verkündung der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-InfoV) wird erstmals eine übersichtliche Produktinformation bei Versicherungen verbindlich eingeführt. Zudem wird mit einer Informationspflicht die Heimlichtuerei über die Höhe der Abschlusskosten beendet.

Mit der Verkündung der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-InfoV) wird erstmals eine übersichtliche Produktinformation bei Versicherungen verbindlich eingeführt. Zudem wird mit einer Informationspflicht die Heimlichtuerei über die Höhe der Abschlusskosten beendet.

"Bisher erwarb der Kunde meist die Katze im Sack", sagt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv). Mit der neuen Verordnung, die im Juli 2008 in Kraft tritt, erhalten Versicherungsprodukte erstmals eine sichtbare Visitenkarte. Mit der Einführung der neuen Informationspflichten verknüpft der Verbraucherzentrale Bundesverband die Hoffnung, dass künftig nicht mehr die Höhe der Vermittler-Prämie über den Abschluss einer Versicherung entscheidet, sondern ausschließlich der individuelle Bedarf.

Ab Juli 2008 erhalten die Versicherungsnehmer vor jedem Vertragsschluss ein Produktinformationsblatt, das übersichtlich und verständlich über die wichtigsten Merkmale der Versicherung informiert: Was ist versichert? Welche Risiken sind versichert? Was ist nicht versichert? Wann muss ich wie viel bezahlen? Wie lange läuft der Vertrag? Diese für einen Vertragsabschluss so wichtigen Fragen sind bis dato im Kleingedruckten der Versicherer versteckt. Als Folge sind viele Verbraucher falsch oder zu teuer versichert.

Ein weiterer Meilenstein ist die Verpflichtung der Lebens- und Krankenversicherer, künftig die Abschluss- und Vertriebskosten in Eurobeträgen auszuweisen. Dies wollten einige Vermittlerverbände verhindern. "Endlich wird der Verbraucher vor Vertragsabschluss erfahren, was ihn die Unterschrift unter den Vertrag kostet", kommentiert Billen.

Die neuen Informationspflichten sind maßgeblich auch der Hartnäckigkeit des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zu verdanken. Wiederholt hatte der Verband die fehlende Transparenz bei Versicherungsprodukten kritisiert und auf die hohen individuellen und volkswirtschaftlichen Folgekosten hingewiesen. Die Erfahrungen mit der Einführung der staatlich geförderten Altersvorsorge (Riester-Rente) hatten gezeigt, dass die Versicherungswirtschaft aus eigenem Antrieb nicht bereit ist, für eine wirkliche Kostentransparenz zu sorgen.

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Versicherungrecht & Sozialversicherung
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Versicherungsrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8 / 5 (8 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht 30.11.2016
Berufsunfähigkeitsversicherungen sind dazu da, bei Berufsunfähigkeit finanzielle Absicherung zu bieten. Sie sind besonders wichtig für Menschen, für die hoch spezialisiert sind und für die kaum berufliche Alternativen oder Umstiegsmöglichkeiten gibt, sollten sie in ihrem angestammten Beruf nicht mehr arbeiten können.
Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht 16.11.2015
Wer privat versichert ist (und das sind nur ca. 11 % der Bevölkerung), der geht erster Klasse zum Arzt, liegt im Krankenhaus im Einbettzimmer - und hat auch sonst kaum Sorgen. Wenn er mal krank ist, zahlt seine private Krankenversicherung alles. Er wird luxuriös gesund, denken alle gemeinhin. Aber diese Zeiten (wenn es sie je gab) sind vorbei.
Verbraucherstreitbeilegung: Welche Informationspflichten haben Unternehmen? © mko - topopt
Expertentipp vom 30.10.2019 (917 mal gelesen)

Seit April 2016 gilt in Deutschland das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG). Es verschafft Verbrauchern die Möglichkeit, sich bei Konflikten mit Unternehmen schneller, einfacher und kostengünstiger außergerichtlich zu einigen. Für Unternehmen sind durch das VSBG Informationspflichten entstanden, die durch eine aktuelle Entscheidung des Bundesgerichtshofs präzisiert wurden.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.9 / 5 (57 Bewertungen)
Immobilienrecht: Anzeigen von Immobilien mit Energieausweis müssen mit Pflichtangaben veröffentlicht sein! © SZ-Designs - Fotolia
Expertentipp vom 18.10.2016 (618 mal gelesen)

Wichtige Rechtsprechung für Makler, Immobilienverkäufer oder Vermieter: Das Oberlandesgericht Hamm hat zwei aktuelle Entscheidungen zu den Informationspflichten von Geschäftsleuten, die Anzeigen zu Immobilien mit Energieausweis veröffentlichen, getroffen. Danach ist jeder Geschäftsmann, der eine solche Immobilienanzeige veröffentlicht, verpflichtet, die nach der Energiesparverordnung erforderlichen Angaben in der Anzeige bekanntzumachen.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.2 / 5 (35 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Versicherungrecht & Sozialversicherung

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung