Logo anwaltssuche.de
Internetrecht , 16.12.2014

Bilderklau im Internet: Unterlassungs- und Schadensersatzanspruch

Bilderklau im Internet: Unterlassungs- und Schadensersatzanspruch Rechtsanwalt Tim Geißler

Das Amtsgericht München (Az.: 142 C 12802/14) sprach einem Fotografen, dessen Produktbilder im Internet von einer fremden Person veröffentlicht wurden, einen hohen Schadensersatz zu. Dieser bemisst sich aus einer fiktiven Lizenzgebühr pro benutztes Bild und häufig noch einem Rechtswidrigkeitszuschlag, wenn von den "Fotodieben" der Urheber des Bildes nicht genannt wird.

Jedes benutzte Foto kann den Verwender dann schnell zwischen 30 und mehreren tausend Euro kosten. Des Weiteren hat der Fotograf noch einen Unterlassungsanspruch, der dazu führt, dass das Foto unwiderruflich durch den Verwender aus dem Internet zu entfernen ist und nicht weiter benutzt werden darf, es sei denn es wird eine Lizenz bezahlt.

Zuschlag durch fehlende Urhebernennung


Ein Foto, das jemand anders gefertigt hat oder welches eine fremde Person zeigt, zu kopieren und öffentlich für eigene Zwecke zu verwenden ist rechtswidrig; eine noch höhere Schadensersatzzahlung verhängt das Gericht meist mit der Begründung, dass es den Fotografen in seinen Rechten stärker verletze, wenn auch noch der Name des Urhebers verschwiegen wird. Dieser Zuschlag wird in Prozenten der Lizenzgebühr berechnet, wobei der Prozentsatz je nach Einzelfall unterschiedlich hoch ausfällt. Üblich sind Zuschläge von 50 - 100 % bei künstlerischen Fotos und Personenaufnahmen.

Klau von Produktfotos verletzt den Fotografen auch in seinen Rechten


Zu beachten ist aber, dass die Thematik vom Bilderklau und damit entstehendem Schadensersatz zuzüglich Rechtswidrigkeitszuschlag nicht einheitlich von den Gerichten entschieden wird. Gerade bei Produktfotos vertreten manche Richter die Ansicht, dass dort das künstlerische Element fehle und somit eine nicht vorhandene Urhebernennung nicht zwingend den Rechtswidrigkeitszuschlag auslöse. Dem muss entgegengehalten werden, dass es zum Beispiel auch Kunst ist, ein Produkt für einen potentiellen Käufer möglichst attraktiv erscheinen zu lassen und spiegelfrei zu fotografieren, sodass auch bei Produktfotos ein Verletzerzuschlag von bis zu 100 % zugesprochen werden kann.

"Bilderdieb" trägt Anwaltskosten!


Sollten eigene Bilder plötzlich auf anderen Internetseiten auftauchen, kann ein Anwalt dabei helfen, den Unterlassungsanspruch durchzusetzen und den zustehenden Schadensersatzanspruch geltend zu machen. Dazu kommt, dass die Anwaltskosten in dem Falle derjenige trägt, der sich widerrechtlich der fremden Bilder bedient hat. Es ist anzuraten einen Anwalt einzuschalten, der sich auf Urheberrecht spezialisiert hat.



Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Computer & Internet
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Internetrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.5 / 5 (16 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Wer Bilder ungefragt für seine eigenen Zwecke verwendet, läuft Gefahr, gegen die Rechte des Urhebers zu verstoßen. Derartige Verstöße geschehen häufig unbedacht und unabsichtlich. Trotzdem können sie empfindliche Folgen haben. Was tun?
Kategorie: Anwalt Baurecht 11.08.2016
Viele Bauherren können ein Lied davon singen: Die Leistungsbeschreibung im Bauvertrag beschreibt eine Sache nicht eindeutig, die Interpretationen gehen auseinander. Wann handelt es sich aber eindeutig um einen Baumangel und wie müssen Sie dann vorgehen?
Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht GKS Rechtsanwälte 29.10.2015 (483 mal gelesen)

Fotografen machen häufig die Erfahrung, dass Bilder, die sie einmal geschossen haben, auch Jahre später noch in Zeitungen auftauchen, ohne dass eine neue Lizenz beantragt wurde.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.9523809523809526 / 5 (21 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht 24.03.2016 (695 mal gelesen)

Wer ein Foto auf seiner Website veröffentlicht, ohne die Zustimmung des Fotografen zu besitzen, muss dem Fotograf als Inhaber des Urheberrechts dafür eine Lizenzgebühr als Schadensersatz bezahlen. Mit der Frage, wie hoch dieser Schadensersatz sein muss, hat sich jüngst das Oberlandesgericht Hamm auseinandergesetzt.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.0 / 5 (40 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Computer & Internet

Suche in Expertentipps