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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 14.09.2018 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Brautgabe auf türkischer Hochzeit bedarf notarieller Beurkundung

Brautgabe auf türkischer Hochzeit bedarf notarieller Beurkundung © IVASHstudio - Fotolia

Eine deutsche Staatsangehörige, die einen türkischen Mann nach sunnitischem Ritus heiratete, hat nach einer Scheidung keinen Anspruch auf die ihr versprochene Braut- oder Morgengabe, wenn diese nicht notarielle beurkundet wurde.

Frau verlangt rund 4.000 Euro von türkischem Ex-Ehemann


Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 527 F 12575/17) im Fall einer deutsch-türkischen Eheschließung nach sunnitischem Ritus, bei der der Frau eine Brautgabe in Höhe von 4.000 Euro versprochen wurde. Diese Vereinbarung wurde von den beiden Brautleuten auch unterzeichnet, allerdings nicht notariell beglaubigt. Als die Ehe nach kurzer Zeit scheiterte, verlangte die Ehefrau, die ihr versprochene Brautgabe. Der Ehemann winkte ab. Diese sei schon mit Gold- und Geldgeschenken auf der Hochzeit erfüllt worden. Zudem sei die Vereinbarung über die Brautgabe nicht in der zulässigen Form erfolgt.

Brautgabe wird rechtlich wie Schenkung behandelt


Das Amtsgericht München lehnte den Anspruch der Ex-Frau auf die Brautgabe ab, da die Formerfordernisse für die Schenkung nicht wirksam erfüllt wurden. Die Vereinbarung über die Brautgabe sei wie eine Schenkung zu betrachten. Um ihre Wirksamkeit nach dem deutschen Recht zu entfalten, hätte die Vereinbarung notariell beurkundet werden müssen. Dieses Formerfordernis wurde von den Eheleuten nicht eingehalten, womit die Vereinbarung über die Brautgabe unwirksam ist.

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