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Mietrecht , 27.07.2017

Campingplatz, Schrebergarten: Wo kann man (dauer-) wohnen?

Campingplatz, Schrebergarten: Wo kann man (dauer-) wohnen? © sem - topopt

In Holland oder Frankreich ist das dauerhafte Wohnen auf dem Campingplatz oder im Wohnmobil längst üblich. Auch in Deutschland gibt es schätzungsweise 300.000 Menschen, die das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit nicht nur auf ihren Urlaub beschränken wollen. Aber ist das erlaubt?

Mietwohnung überteuert? Kein Geld für ein eigenes Haus? Viele Mieter kommen da schnell auf die Idee, einfach günstig auf dem Campingplatz zu wohnen. Was sagen die Gerichte zum Dauercampen?

Dauerhaft wohnen auf Campingplatz oder im Schrebergarten ist nicht erlaubt!


Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (Aktenzeichen 1 KN 151/15) hat im Rahmen eines Streits um die Änderung eines Bebauungsplans eines Campingplatzes klar gestellt, dass dauerhaftes Wohnen auf einem Campingplatz gegen die Baubenutzungsverordnung verstößt. Die Änderungen des Bebauungsplans sollte das bereits seit einiger Zeit praktizierte dauerhafte Wohnen auf dem Campingplatz legalisieren. Dem erteilte das Gericht eine Abfuhr: Die Baunutzungeverordnung lasse eine Mischung von Ferienhäusern und Gebäuden zum dauerhaften Wohnen auf einem Campingplatz nicht zu. Campingplätze sind nach der Baunutzungsverordnung Sondergebiete, die der Erholung und nicht dem dauerhaften Wohnen dienen.
Festzustellen ist, dass Kommunen vermehrt das unter Umständen schon zeit Jahren praktizierte Dauerwohnen auf dem Campingplatz und Schrebergarten nicht mehr tolerieren und ordnungsrechtlich dagegen vorgehen.

Dauercamper: Keine Rechte, aber Pflichten - Steuern zahlen!


Dauercamper müssen nach einem Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts (Aktenzeichen 9 LB 5/07) Zweitwohnungssteuer zahlen. Betroffen sind Mobilheime, Wohnmobile sowie Campingwagen, die nicht nur vorübergehend auf einem eigenen oder fremden Flecken Erde stehen.

Wohnwagen auf eigenem Grundstück - was ist zu beachten?


Wer zum Beispiel im Sommer auf dem eigenen Grundstück lieber im Wohnwagen schlafen möchte, muss ebenfalls einiges beachten: Zunächst muss auf dem Grundstück eine für das Abstellen eines Wohnwagens genehmigte Fläche vorhanden sein. Ein für KFZ ausgewiesener Stellplatz kann, muss das aber nicht sein. Gegebenenfalls sollten Sie bei der Baubehörde nachfragen. Unter Umständen ist sogar hierfür eine Baugenehmigung erforderlich! Zumindest in größeren Gemeinden sind öffentlich-rechtliche Regelungen denkbar, die beim Abstellen beachtet werden müssen. Auch kann für eine längere Benutzung Zweitwohnsteuer fällig werden. Auch hier sollten Sie sich dringend vorab erkundigen.

erstmals veröffentlicht am 19.04.2017, letzte Aktualisierung am 27.07.2017

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