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Arbeitsrecht , 09.01.2018

Doktortitel: Gründe für den Entzug

Doktortitel: Gründe für den Entzug

Einmal Doktor – immer Doktor? Von wegen, ein erworbener Doktortitel kann auch wieder aberkannt werden. Gründe dafür sind neben Täuschungsvorwürfen, unwürdiges oder schwerwiegendes wissenschaftliches Fehl-Verhalten.

Unwürdigkeit führt zur Aberkennung des Doktortitels


Wer sich nicht würdige erweist einen Doktortitel zu führen, muss mit dem Entzug des Titels rechnen. Dies stellte das Bundesverfassungsgericht (Aktenzeichen 1 BvR 3353/13) im Fall eines Physikers klar, dem der Doktortitel wegen manipulierter Forschungsergebnisse entzogen worden war. Unwürdig sei ein Inhaber eines Doktortitels im Sinne des baden-württembergischen Landeshochschulgesetzes, wenn er im hohen Maß gegen die Grundsätze der wissenschaftlichen Praxis verstoßen hat. Datenmanipulation zur Fälschung von Forschungsergebnissen gehöre auf jeden Fall dazu.

Täuschung führt zur Aberkennung des Doktortitels


Stellt sich im Nachhinein heraus, dass ein Doktorand bei seiner Doktorarbeit viele Passagen aus fremden Werken ohne Zitat übernommen hat, kann ihm der Doktortitel wegen dieser Täuschung entzogen werden. So urteilte das Bundesverwaltungsgericht (Aktenzeichen 6 C 3.16) in Leipzig. Im zugrundeliegenden Fall bestand die Doktorarbeit zu mehr als der Hälfte aus fremden Texten. Dies hatte der Doktorand nicht kenntlich gemacht. Eine Internetplattform hatte die 327 Verstöße gegen das wissenschaftliche Zitiergebot allerdings zu Tage gefördert.

Wertersatz nach Rücktritt vom Vertrag zur Erlangung eines Doktortitels?



Ein Kunde einer Gesellschaft, die gewerblich beim Erwerb eines Doktortitels unterstützt, muss im Fall des Widerrufs des Vertrages Wertersatz in Höhe des vereinbarten Vertragsentgelts zahlen, da er die empfangene Dienstleistung nicht mehr zurückgeben kann.

Dies entschied das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 2 O 28/16) im Fall eines Kunden, der einen Dienstvertrag mit der Gesellschaft abgeschlossen hatte und dem bereits nach kurzer Zeit der Kontakt zu einer rumänischen Universität vermittelt wurde, bei der er einen Ehrendoktor erwerben konnte. Der Kunde widerrief seinen Vertrag, da er der Ansicht war, dass der Doktortitel aufgrund der fehlenden wissenschaftlichen Leistungen sittenwidrig sei. Das Oberlandesgericht Hamm erklärte den Widerruf des Vertrages für wirksam, da die Widerrufsfrist in den AGBs der Gesellschaft unwirksam sei. Der Vertrag könne damit rückabgewickelt werden. Allerdings sei es dem Kunden nicht möglich die bereits empfangene Dienstleistung in Form der Vermittlung an die rumänische Universität wieder zurück zu geben. Aus diesem Grund müsse der Kunde der vereinbarte Vertragsentgelt als Wertersatz an die Gesellschaft leisten.

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