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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 03.05.2013 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Ehescheidung- So läuft das Verfahren ab

Jede dritte Ehe wird in Deutschland geschieden. Große Verunsicherung herrscht bei den scheidungswilligen Ehepaaren oft hinsichtlich des Ablaufs eines Scheidungsverfahrens. Wir haben Ihnen nachfolgend den rechtlichen Gang einer Scheidung dargestellt.

Jede dritte Ehe wird in Deutschland geschieden. Große Verunsicherung herrscht bei den scheidungswilligen Ehepaaren oft hinsichtlich des Ablaufs eines Scheidungsverfahrens. Wir haben Ihnen nachfolgend den rechtlichen Gang einer Scheidung dargestellt:

1. Schritt: Die Suche nach einem Anwalt
Bei Scheidungsverfahren besteht in Deutschland Anwaltszwang, das heißt der Scheidungsantrag kann vor Gericht nur von einem Rechtsanwalt gestellt werden. Für die Beratung oder das Aushandeln der Scheidungsvereinbarungen braucht man jedoch keinen Anwalt. Es empfiehlt sich aber immer dann einen Anwalt frühzeitig mit in das Scheidungsverfahren mit einzubeziehen, wenn die Scheidung nicht einverständlich abläuft und es darum geht eigene Rechte und wirtschaftliche Positionen zu sichern.

2. Schritt: Das zuständige Gericht
Wird die Ehe kinderlos geschieden, so ist das Gericht zuständig, in dessen Bezirk der Antragsgegner wohnt. Lebt ein Ehepartner noch im Bezirk der letzten gemeinsamen Wohnung, so ist dieses Gericht zuständig.
Wird die Ehe mit minderjährigen Kindern geschieden, so ist das Gericht zuständig, in dessen Bezirk ein Elternteil mit den Kindern lebt.

3. Schritt: Das gerichtliche Verfahren
Voraussetzung für eine Ehescheidung ist zunächst, dass zumindest ein Ehepartner einen Antrag auf Ehescheidung stellt. Dieser Antrag wird dem anderen Ehepartner vom Gericht zugestellt. Daneben wird das Gericht beiden Ehegatten Formulare zum Versorgungsausgleich zu senden, die auch von beiden Ehegatten ausgefüllt werden müssen. Das Gericht wird auch noch Auskünfte bei den Rentenversicherungsträgern einholen, um den Versorgungsausgleich errechnen zu können. Ist der Versorgungsausgleich vom Gericht errechnet, wird der Scheidungstermin bestimmt. Beide Ehepartner müssen während des Scheidungstermins anwesend sein. Der Richter prüft, ob die Voraussetzungen einer Scheidung gegeben sind. Er fragt die Eheleute, ob sie geschieden werden wollen und ab wann sie getrennt leben. Liegen alle Voraussetzungen für eine Ehescheidung vor, verkündet das Gericht das Scheidungsurteil. Wenn beide Eheleute anwaltlich vertreten sind und auf weitere Rechtsmittel verzichten, wird die Scheidung sofort rechtskräftig. Ansonsten kann gegen das Scheidungsurteil innerhalb eines Monats Berufung eingelegt werden.

4. Scheidung per Mausklick
In den USA ist die Online-Scheidung schon lange üblich, in Deutschland wird sie noch eher zurückhaltend in Anspruch genommen. Vorteile der Scheidung via Internet sollen Zeit- und Geldersparnisse sein. Die Online-Scheidung funktioniert grundsätzlich nur dann, wenn die Scheidung einvernehmlich abläuft und sich die Ehepartner über alle zu regelnden Fragen, wie etwa die Aufteilung des ehelichen Vermögens, einig sind. Kommt es hier zu Streitigkeiten, bleibt dem Trennungswilligen der Gang zum Anwalt nicht erspart.
Zu den Kosten: Grundsätzlich müsste die Online-Scheidung genauso viele Anwaltsgebühren kosten wie eine „normale“ Scheidung, da in Deutschland für eine Ehescheidung Anwaltszwang besteht und auch der Online-Anwalt nach der BRAGO abrechnen muss. Nichts desto trotz gibt es einige Anwälte, die mit Kostenersparnissen für eine Online-Ehescheidung werben.

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