anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Mietrecht , 23.04.2012

Was ist Eigenbedarf und für wen gilt er?

Eigenbedarfskündigungen sind ein aktuelles Thema für Mieter und Vermieter. Aus Mietersicht ist sie der "wunde Punkt" des eher mieterfreundlichen deutschen Mietrechts.

Mehr Immobilienkäufe führen regelmäßig auch zu einem Anstieg von Eigenbedarfskündigungen: Was ist also Eigenbedarf? Und für wen gilt er?

Eigenbedarf ist gegeben, wenn der Vermieter seine Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder für Angehörige seines Hausstands in nachvollziehbarer Weise benötigt.
Der nachvollziehbare Wunsch nach einer größeren Wohnung (z.B. bei Kinderwunsch) oder nach einem Arbeitszimmer reicht regelmäßig aus.

Außer für sich selbst kann der Vermieter Eigenbedarf geltend machen für Kinder, Enkelkinder, Geschwister, Kinder der Geschwister (Nichten und Neffen 1. Grades). Für Nichten und Neffen 2. Grades kann Eigenbedarf nur in besonderen Fällen geltend gemacht werden, etwa wenn der Neffe 2. Grades gleichzeitig Patenkind ist und eine besonders enge familiäre Bindung besteht.

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts kann für ihre Mitglieder Eigenbedarf geltend machen. Häufiger Fall: die Erbengemeinschaft. Eine juristische Person kann keinen Eigenbedarf haben. Eine Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) kann keinen Eigenbedarf für die Anteilseigner geltend machen.

Der Vermieter darf den Eigenbedarf nicht nur "vorschieben". Wenn der Vermieter den Eigenbedarf nur vorgibt, ohne ihn tatsächlich zu haben, ist die Eigenbedarfskündigung unwirksam.


von Alexander Bredereck

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Mieten & Vermieten
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Mietrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.9411764705882355 / 5 (17 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Mietrecht 20.02.2017
Eine Kündigung wegen Eigenbedarf ist eine heikle Angelegenheit, da diese in aller Regel nur von einer Seite, der des Vermieters, ausgeht. Damit lange und unangenehme Streits vermieden werden, muss die Kündigung hieb- und stichfest sein. Das prüft natürlich auch der Mieter.
Kategorie: Anwalt Mietrecht 21.06.2018
Aus Gründen des Mieterschutzes können Vermieter ihren Mietern nicht "einfach so" kündigen. Kann der Vermieter aber den so genannten Eigenbedarf nachweisen, darf er seinem Mieter ordentlich kündigen. Allerdings müssen die dafür geltenden kurzen Fristen beachtet werden.
Kategorie: Anwalt Mietrecht 14.05.2012 (314 mal gelesen)

Der Vermieter ist verpflichtet, den Mieter über den Wegfall des Eigenbedarfs nach einem Räumungsrechtsstreit bis zum Ende der gerichtlichen Räumungsfrist zu informieren. Tut er dies nicht und der Mieter zieht aus, muss der Vermieter die Kosten des Umzugs und den Nachteil des Mieters wegen einer höheren Miete ausgleichen.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.1875 / 5 (16 Bewertungen)
Wann ist eine Eigenbedarfskündigung wirksam? © Tiberius Gracchus - Fotolia
Kategorie: Anwalt Mietrecht 23.04.2018 (1544 mal gelesen)

Wenn Mieter vom Vermieter eine Eigenbedarfskündigung erhalten, weil dieser die Mietwohnung selbst oder seine Familienangehörigen nutzen wollen, ist der Ärger schon vorprogrammiert. Lesen Sie worauf bei einer Eigenbedarfskündigung zu achten.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.103448275862069 / 5 (87 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Mieten & Vermieten

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung