anwaltssuche
Wirtschaftsrecht , 28.04.2009

Ein Zweitdepot für Wertpapiere

Seit dem 1. Januar 2009 unterliegen Kursgewinne, die beim Verkauf von Wertpapieren anfallen, grundsätzlich der Abgeltungsteuer. Ausnahme: Der Anleger hat die Wertpapiere vor 2009 erworben – die sogenannten Altbestände. Dann sind Veräußerungsgewinne nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr für Privatanleger steuerfrei.

Seit dem 1. Januar 2009 unterliegen Kursgewinne, die beim Verkauf von Wertpapieren anfallen, grundsätzlich der Abgeltungsteuer. Ausnahme: Der Anleger hat die Wertpapiere vor 2009 erworben – die sogenannten Altbestände. Dann sind Veräußerungsgewinne nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr für Privatanleger steuerfrei.

Für Wertpapiersparer kann es deshalb ratsam sein, für nach 2008 erworbene Wertpapiere – also die Neubestände – ein zweites Depot einzurichten. So können alte und neu erworbene Aktien klar voneinander getrennt werden. Der Anleger kann dann frei entscheiden, ob er Kursgewinne aus Altbeständen steuerfrei vereinnahmen möchte oder ob er Neubestände verkaufen will, deren Kursgewinne unabhängig von der Haltedauer der Abgeltungsteuer unterliegen.

Liegen alle Wertpapiere in einem einzigen Depot, hat der Anleger dagegen keine freie Wahl. Er kann dann nicht bestimmen, dass von einem Wertpapier X erst die Neubestände und dann die Altbestände verkauft werden. Denn bei einem Verkauf gilt die Regel „First in, first out“: Liegen in einem Depot zum Beispiel Aktien des Unternehmens Y, die zum Teil vor dem 1. Januar 2009, zum Teil danach erworben wurden, so gelten bei einem teilweisen Verkauf die zuerst erworbenen Wertpapiere automatisch als die zuerst veräußerten.

Seit Einführung der Abgeltungsteuer realisierte Verluste aus der privaten Veräußerung von Wertpapier-Neubeständen werden übrigens künftig – wie Gewinne – zeitlich unbegrenzt und in voller Höhe steuerlich berücksichtigt. Das kann in Zeiten stark schwankender Kurse vorteilhaft sein.

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Wirtschaft & Wertpapiere
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Wirtschaftsrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.75 / 5 (8 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Die BaFin beaufsichtigt als Bundesanstalt das gesamte Finanzwesen. Wer einem Anlagebetrug oder einer Schrottimmobilie aufgesessen ist, kann hier Beschwerde einlegen. Doch um verlorenes Geld wieder zu holen, muss ein anderer Weg eingeschlagen werden.
Kategorie: Anwalt Familienrecht 26.04.2016
Wer denkt bei Gütertrennung an den Erhalt einer Ehe? Doch in der Tat überwiegen die Vorteile für viele Eheleute - wenn sie sich darauf einlassen. Und geht eine Ehe doch zu Ende, muss über diese Regelungen schon mal nicht mehr gestritten werden.
Kategorie: Anwalt Steuerrecht 13.09.2011 (87 mal gelesen)

Die Börsentalfahrt hat zu herben Kursverlusten bei vielen Wertpapieren geführt. Glück im Unglück: Anleger können seit Einführung der Abgeltungsteuer Anfang 2009 den Staat besser an Verlusten beteiligen.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.3333333333333335 / 5 (3 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Wirtschaftsrecht KSR | Kanzlei Siegfried Reulein 29.10.2013 (646 mal gelesen)

Der Bundesgerichtshof hat mit einer am 24.09.2013 verkündeten Entscheidung (Az.: XI ZR 204/12) festgestellt, dass eine Bank zur Offenlegung von Provisionen verpflichtet ist, welche sie von der Emittentin eines Wertpapiers erhält, das sie dem Kunden im Wege einer Anlageberatung im Falle der Vereinbarung eines Kommissionsgeschäfts vermittelt, wenn der Kunde gleichzeitig an die Bank eine Provision leisten muss.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.7419354838709675 / 5 (31 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Wirtschaft & Wertpapiere