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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 11.09.2017 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Einbruchdiebstahl: Was ersetzt die Hausratversicherung?

Einbruchdiebstahl: Was ersetzt die Hausratversicherung? © mko - topopt

Nach einem Einbruch sitzt der Schock tief: Das neue Handy, der teure Fernseher und die wertvolle Halskette sind weg. Wie gut, dass Sie eine Hausratversicherung haben. Doch aufgepasst: Wird etwa eine große Menge an Bargeld oder wertvolle goldene Uhren gestohlen, haben Einbruchsopfer gegen über ihrer Hausratversicherung nicht zwingend einen Anspruch auf den kompletten Wertersatz.

Hausratversicherung haftet bei Bargeld nur beschränkt!


Dies musste ein Restaurantbesitzer feststellen, der in seiner Wohnung Trinkgelder in nicht unerheblicher Höhe aufbewahrte und Opfer eines Einbruchdiebstahls wurde. Seine Versicherung wollte nach dem Einbruch nur für einen Teil des Geldes aufkommen. Zu Recht, entschied das Oberlandesgericht Oldenburg.

Die betroffene Versicherung verwies den Bestohlenen auf ihre Versicherungsbedingungen, in denen klar geregelt war, dass Bargeld, dass nicht in einem Tresor aufbewahrt wird, nur mit einem Betrag von bis zu 1.100 Euro versichert ist. Sein Einwand, die Versicherung hätte ihn auf diese Klausel bei Vertragsschluss hinweisen müssen, überzeugte die Oldenburger Richter (Aktenzeichen 5 U162/16) nicht. Eine Solche Hinweispflicht treffe die Versicherung nicht. Zudem hätte der bestohlene Mann auch damit rechnen können, dass Bargeld außerhalb eines Tresors nur in einer bestimmten Höhe versichert ist.

Auch bei Wertsachen nur beschränkte Entschädigungspflicht des Versicherers


Eine Versicherungsklausel, die besagt, dass Wertsachen im Falle eines Einbruchdiebstahls höchstens bis zu einer festgelegten Summe entschädigt werden, ist wirksam. Dies entschied das Oberlandesgericht Frankfurt.

Im zugrundeliegenden Fall war ein Einbruchsopfer gezwungen worden seine Rolexuhr aus 18 Karat Weißgold sowie eine goldene Damenuhr mit Diamanten an die Einrechner herauszugeben. Die Uhren befanden sich nicht in einem Tresor. Die Hausratversicherung des Mannes zahlte ihm 20.000 Euro als Wertersatz und verwies ihn im übrigen auf ihre Versicherungsbedingungen, wonach sich ihre Entschädigungspflicht für Schmuck aus Gold oder Platin auf 20.000 Euro beschränkt, wenn die Sachen nicht in Stahlschränken aufbewahrt wurden.

Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main hält diese Versicherungsklausel für wirksam. Sie sei weder überraschend, noch intransparent oder unangemessen benachteiligend für den Versicherungsnehmer. Dieser müsse damit rechnen, dass die Entschädigungspflicht der Versicherung für wertvollen Schmuck, der nicht gesichert aufbewahrt wird, beschränkt ist.


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