Logo anwaltssuche.de
Erbrecht , 01.12.2011

Erben müssen Bestattungskosten zahlen

Bestattungskosten sind Teil der Nachlassverbindlichkeiten und müssen von den Erben eines Verstorbenen getragen werden. Das gilt auch, wenn die Erben die Bestattung nicht selbst in Auftrag gegeben haben.

Bestattungskosten sind Teil der Nachlassverbindlichkeiten und müssen von den Erben eines Verstorbenen getragen werden. Das gilt auch, wenn die Erben die Bestattung nicht selbst in Auftrag gegeben haben.

Die deutschen Gesetze unterscheiden nach einem Todesfall zwischen der Bestattungspflicht und der Kostentragungspflicht. Die Bestattungspflicht beinhaltet, die Bestattung eines Verstorbenen in die Wege zu leiten, also die erforderlichen Verträge (mit dem Bestatter und anderen Dienstleistern) abzuschließen und die Rechnungen über diese Dienstleistungen zunächst zu bezahlen. Hier legen die Landesbestattungsgesetze jeweils eine Reihenfolge an Verpflichteten fest, beginnend mit Ehepartnern, Kindern und Eltern des Verstorbenen.

Nicht immer sind die Bestattungspflichtigen identisch mit den Erben. "Die Erben unterliegen der Kostentragungspflicht, müssen also die Bestattungskosten des Erblassers bezahlen", erklärt der Aeternitas-Geschäftsführer Christoph Keldenich. Deshalb können diejenigen, die die Bestattung in Auftrag gegeben und vorläufig bezahlt haben, wegen der Kosten die Erben in Anspruch nehmen.

Die Bestattungskosten sind so weit Nachlassverbindlichkeiten, wie sie eine "standesgemäße" Bestattung verursacht. Bei diesem Maßstab kommt es vor allem auf die "gesellschaftliche Stellung" des Verstorbenen und auf die in seinen Kreisen herrschenden Auffassungen und Gebräuche an. Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Erben soll ebenso berücksichtigt werden.


Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Erben & Vererben
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Erbrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.142857142857143 / 5 (21 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Erbrecht 09.06.2016
"Erben" kann die erbberechtigten Personen meinen oder das Erben an sich. Grundsätzlich besteht bei der "Generation Erbe" viel Klärungsbedarf. Denn durch kriegsfreie Zeiten hat sich in Deutschland viel Erbmasse angehäuft. Diese gilt es fair und korrekt zu verteilen.
Kategorie: Anwalt Erbrecht 22.06.2016
Das digitale Erbe ist eines der brisantesten Themen der nächsten Jahre. Oder wussten Sie, dass Sie als Erbe auch Online-Abos, E-Mail-Konten, social media-accounts oder Online-Auftritte des Verstorbenen miterben - und im Zweifelsfall die Rechnungen begleichen müssen?
Kategorie: Anwalt Erbrecht 19.05.2016 (937 mal gelesen)

Eine Erbschaft kann eine schwere Belastung sein, nämlich dann, wenn nicht nur Werte vererbt werden, sondern auch Schulden und Verbindlichkeiten. Ist das Erbe überschuldet, haften die Erben auch mit ihrem Privatvermögen, wenn sie das Erbe antreten. Ein Weg aus dieser Klemme ist die Nachlassinsolvenz.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.9692307692307693 / 5 (65 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Erbrecht 29.08.2012 (944 mal gelesen)

Hat ein Verstorbener weder ein Testament noch ein Erbvertrag hinterlassen, dann kommt die gesetzliche Erbfolge zum Zuge. Das Gesetz geht in diesem Fall davon aus, dass der Erblasser sein Vermögen den Menschen vererben möchte, die ihm familiär am nächsten stehen: der Ehegatte, die Kinder und die übrigen Verwandten. Hat der Erblasser per letztwilliger Verfügung nur über einen Teil seines Nachlasses bestimmt, dann gilt für den übrigen Teil auch die gesetzliche Erbfolge.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8135593220338984 / 5 (59 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Erben & Vererben

Suche in Expertentipps