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Kategorie: Anwalt Erbrecht , 30.10.2008 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Erbschaften für weitläufigere Verwandte bald teurer - Gegebenenfalls noch vor Inkrafttreten der Erbschaftsteuerreform Vermögen übertragen

Nach den Plänen der Bundesregierung zur Reform der Erbschaftsteuer, die nach den Vorgaben des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 31.01.2007 spätestens zum 31.12.2008 in Kraft zu treten hat, müssen entferntere Verwandte demnächst bei Erbschaften und Schenkungen deutlich tiefer als bisher in die Tasche greifen.

Nach den Plänen der Bundesregierung zur Reform der Erbschaftsteuer, die nach den Vorgaben des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 31.01.2007 spätestens zum 31.12.2008 in Kraft zu treten hat, müssen entferntere Verwandte demnächst bei Erbschaften und Schenkungen deutlich tiefer als bisher in die Tasche greifen.

Wer keine Kinder, Enkel oder einen Ehegatten hat, dem er sein Vermögen nach seinem Tode überlassen kann sollte prüfen, ob er noch vor dem Inkrafttreten der Reform Teile seines Vermögens auf den zukünftigen Erben übertragt, um diesem eine deutlich höhere Steuerlast in Zukunft zu ersparen. Dies gilt auch bei einer beabsichtigten Vererbung an Verwandte wie Geschwister, Neffen und Nichten oder Vettern und Cousinen. Der Grund: Zum Ausgleich dafür, dass der Gesetzgeber nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts sogenannte „Familiengebrauchsvermögen“ bei Vererbung im engsten Familienkreis (Ehegatten, Kinder, Enkel) möglichst steuerfrei belassen muss, werden die Steuersätze bei Vererbung oder Verschenkung von Vermögen an entferntere Verwandte sowie Familienfremde drastisch angehoben.

Wer z. B. bisher seiner Nichte nach dem Tode einen Betrag von € 150.000,00 hinterließ löste damit für diese eine Erbschaftsteuer von € 23.749,00 aus. In Zukunft werden es jedoch € 54.000,00 sein, da der Gesetzgeber den Eingangssteuersatz selbst bei kleinen Erbschaften oberhalb einem Freibetrag von € 20.000,00 von bisher 12 % auf satte 30 % anhebt. Wer seinen zukünftigen Erben derartige Mehrbelastungen ersparen wolle solle sich dringend noch kurzfristig entsprechend steuerlich beraten lassen.

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