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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 06.07.2016 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Kauf von Erdbeeren auf dem Heimweg ist kein Arbeitsunfall

Arbeitnehmer stehen auf dem Weg zur und von der Arbeit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Kommt es zu einem Unfall, handelt es sich um einen Arbeitsunfall. Kurze Unterbrechungen beeinträchtigen den Versicherungsschutz nicht. Anders sieht es aus, wenn der Weg von der Arbeit etwa zum Erdbeer-Kaufen unterbrochen wird.

Ein Arbeitnehmer bremste auf dem Nachhauseweg von der Arbeit sein Auto stark ab, um am Straßenrand an einem Stand frische Erdbeeren zu kaufen. Aufgrund seines abrupten Bremsmanövers fuhr ihm das hinter ihm fahrende Auto auf und es kam zu einem Verkehrsunfall, bei dem der Mann sich die Halswirbelsäule stauchte. Der Mann war der Ansicht, dass es sich bei dem Verkehrsunfall um einen Arbeitsunfall handelte, da er sich schließlich auf dem Weg von der Arbeitsstätte nach Hause ereignet hatte.

Erdbeer-Kauf unterbricht Nachhauseweg


Dies sah die Berufsgenossenschaft und letztlich auch das Bundessozialgericht (Aktenzeichen B 2 U 3/13 R) anders: Der Mann habe sich zum Unfallzeitpunkt nicht in erster Linie auf dem Weg von der Arbeit nach Hause befunden, sondern auf dem Weg zum Erdbeer-Kauf. Damit habe er spätestens mit dem Bremsmanöver eigenwirtschaftliche Ziele verfolgt. Ein Arbeitsunfall scheide daher aus, so das Bundessozialgericht.

erstmals veröffentlicht am 14.06.2016, letzte Aktualisierung am 06.07.2016

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kon1948 14.06.2016 11:53:09
Schlimm, dass kleine Unachtsamkeiten solche Konsequenzen haben können.

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