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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 19.06.2017 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Erneute Fehlmessungen: Blitzer in Hückeswagen blitzte jedes Auto – egal bei welcher Geschwindigkeit

Die Aufregung um Blitzer-Falschmessungen scheint nicht abzureißen. Schon wieder hat ein Blitzgerät fehlerhafte Messungen durchgeführt. In Hückeswagen an der B 237 wurde ein Blitzer durch Wind und Wetter so beschädigt, dass er alle vorbeifahrenden Autos blitze - und zwar bei jeder Geschwindigkeit.

Zwar hätte der Blitzer nur geblitzt und keine Fotos gemacht und Bußgeldbescheide würden an die Autofahrer, die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten haben, ebenfalls nicht verschickt, gab die Pressestelle des Oberbergischen Kreises bekannt, dennoch zeigt der Vorfall wieder einmal, wie fehleranfällig Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen eigentlich sind. Laut der zuständigen Behörde war es ein Wasserschaden, der einen Kurzschluss im Gerät auslöste und zu dessen Defekt führte. Schuld daran war vermutlich das Wetter mit Wind und Regen, das am Abend der Weiberfastnacht dem Blitzer hart zusetzte.

Der neue Blitzer ist für den Landkreis durchaus lukrativ


Der Starenkasten in Hückeswagen beschert den Behörden im Oberbergischen Kreis eine lukrative zusätzliche Einnahmequelle. In den ersten vier Monaten nach seiner Installation vor knapp einem Jahr wurden über 4500 Bußgeldbescheide verschickt. Ein Blitzer, der zuvor an gleicher Stelle stand, war vorher bei einem Brandanschlag vollständig abgebrannt.

Blitzer-Technik ist meist anfällig für Fehler beim Messverfahren


Bei allen Blitzgeräten ist insgesamt immer fraglich, inwiefern sie eigentlich ordnungsmäßig die Geschwindigkeiten messen. Zwar sind die Blitzer bei Inbetriebnahme geeicht, jedoch muss die Funktionstüchtigkeit am Tage der Eichung nicht zwangsläufig für die korrekte Funktionsweise des Gerätes in der gesamten Zeit des Betriebs sprechen. Technische Fehler beim Blitzen sind grundsätzlich nie auszuschließen und folglich jederzeit möglich.
Bei dem defekten Gerät handelt es sich hier um ein Laser-Blitzgerät des Typs „TraffiStar S350“ der Firma „Jenoptik Robot“. Dieser Typ Blitzer ist schon seit längerem im Fokus von Verkehrsrechtlern, Richtern und Gutachtern. Zuletzt gab es vermehrt Freisprüche, da die Gerätesoftware nicht mehr die einzelnen Messwerte oder gar die Dauer der Messung abspeichert und es somit unmöglich ist, den angezeigten Messwert auf Richtigkeit oder Plausibilität zu prüfen.
Ebenso treten bei der mobilen und semistationären Variante dieses Geräts sogenannte „Tracking-Fehler“ auf. Das sind Fehler bei der Zuordnung des Messwertes, wenn sich mehrere Autos gleichzeitig im Messfeld des Blitzers befinden. Ordnungswidrigkeitsverfahren, bei denen ein Trackingfehler festgestellt wurde, können eingestellt werden, weil nicht sicher bewiesen werden kann, wem der Messwert zuzuordnen ist.

Geblitzt und hohe Strafe zu erwarten? – Wenden Sie sich an uns


Wenn Sie geblitzt worden sind und besonders, wenn Ihnen Punkte, eine hohe Geldbuße oder ein Fahrverbot drohen, ist es oftmals ratsam, die Geschwindigkeitsmessung von einem Anwalt auf Fehler untersuchen zu lassen. Es gibt viele Punkte, an denen man ansetzen kann, um eine ungültige oder falsche Messung des Gerätes nachzuweisen – sei es die Installation der Anlage am konkreten Standort, die Wartung durch menschliches Personal und deren Qualifikation oder die Technik im Blitzer selbst. Die Chancen, eine Einstellung des Verfahrens zu erlangen, sind in jedem Fall gegeben. Schreiben Sie uns im Rahmen unserer unverbindlichen Online-Beratung oder rufen Sie uns an und unser Blitzer-Experte Tim Geißler kümmert sich auch um Ihren eigenen Fall.

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