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Kategorie: Anwalt Arztrecht , 13.12.2018 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Fehlerhafte Brustimplantate: Arzt war nicht zur Überprüfung der Implantate verpflichtet

Fehlerhafte Brustimplantate: Arzt war nicht zur Überprüfung der Implantate verpflichtet © mko - topopt

Ein Arzt ist nicht verpflichtet Implantate vor einer Operation auf ihre Qualität hin zu überprüfen. Er darf sich auf die Zertifizierung der Implantate verlassen, entschied das Landgericht Karlsruhe.

Geklagt hatten zwei Frauen, die in einer Karlsruher Klinik mit fehlerhaften Brustimplantaten der französischen Firma PIP versorgt worden waren. Die Frauen vertraten die Ansicht, dass sich der operierende Arzt vor dem Einsatz der Silikonkissen über deren Qualität durch Tests und Stichproben Gewissheit hätte verschaffen müssen.

Das sah das Landgericht Karlsruhe (Aktenzeichen 8 O 260/12 und 7 O 94/12) anders: Für den Arzt habe vor der Operation keinerlei Anhaltspunkte für die Mangelhaftigkeit der Brustimplantate bestanden. Er sei nicht zu einer Qualitätskontrolle verpflichtet gewesen, da er sich auf die Zertifizierung der Implantate, und damit auf deren Eignung, verlassen könne. Ein Schadensersatzanspruch der betroffenen Patientinnen gegenüber dem Arzt scheide daher aus.



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