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Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht , 23.06.2016

ESM-Training: Kein Schadensersatz bei Knochenbrüchen!

Gesund, schlank und fit mit nur 20 Minuten Training pro Woche, dass verspricht das sogenannte Elektro-Myo-Stimulationstraining (ESM-Training). Hier wird mit Sportgeräten trainiert, die mit Hilfe von Stromreizen verschiedene Körperteile des Sportlers stimulieren. Dafür muss der Sportler eine bestimmte Kleidung mit Elektroden tragen. Ein Trainer steuert am Gerät die Stärke des Stroms entsprechend der Fitness des Sportlers. Kann der Sportler bei fehlerhaften Bedienung Schadensersatz verlangen?

Nein, entschied das Kammergericht Berlin (Aktenzeichen 20 U 207/15) im Fall einer Frau, die ein ESM-Fitnessstudio auf Schadensersatz, Schmerzensgeld und Rente verklagte, weil sie nach einem Unfall im ESM-Studio mehrere Knochenbrüche erlitten hatte.

Unfall durch ESM-Training


Die Frau hatte sich in der erforderlichen Kleidung zum Training im ESM-Studio bereit gemacht. Sie begann das Training, in dem sie die Regler des Sportgeräts mit dem der Strom reguliert wird aufdrehte. Plötzlich stand das Gerät auf höchster Stufe. Die Frau behauptet, dadurch einen Stromschlag erlitten zu haben, der zur Ausrenkung ihrer Schulter und zu Knochenbrüchen im Oberarm geführt hätten, mit deren gesundheitlichen Folgen sie bis heute zu kämpfen hätte. Sie verlangte vom ESM-Fitnessstudio 50.000 Euro Schmerzensgeld, 3.500 Euro Haushaltsführungsschaden sowie eine Quartalsrente von rund 2.000 Euro.

Keine Verkehrssicherungspflichtverletztung durch ESM-Studio


Ohne Erfolg, entschied das Kammergericht Berlin. Das ESM-Fitnesstudio müsse für den Unfall nicht haften, da sie keine Verkehrssicherungspflichten verletzt habe. Sie hätte auch nicht auf die Gefahr eines solchen Unfalls hinweisen müssen, da sie keine Kenntnis von dieser Gefahr hatte und auch nicht mit ihr rechnen konnte. Auch könne dem ESM-Fitnessstudio nicht vorgeworfen werden, dass es die Kundin nicht darüber aufgeklärt habe, dass die Regler am Sportgerät sich auch aus Versehen verstellen können. Ein solch unterlassener Hinweis wäre keineswegs ursächlich für den Unfall der Frau gewesen.

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