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Verkehrsrecht , 05.07.2017

Handy im Auto: Was ist verboten, was erlaubt?

Handy im Auto: Was ist verboten, was erlaubt? © mko - topopt

Wer während der Autofahrt sein Handy in der Hand hält, um damit zu telefonieren, SMS schreiben oder die Wetterkarte zu checken, riskiert ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Allerdings gibt es eine Ausnahme, wann Sie das Handy auch unter der Fahrt in die Hand nehmen dürfen. Ein Überblick.

Handy beim Autofahren: Was ist verboten?


Grundsätzlich ist es allen Verkehrsteilnehmern verboten, während des Autofahrens ein Handy in die Hand zu nehmen oder in der Hand zu halten, um damit zu telefonieren, SMS zu schreiben, zu recherchieren oder einen Anrufer wegzudrücken. Das Handy muss nicht komplett ausgeschaltet sein. Unlogisch, aber wahr: Das Handy dürfen Sie während der Fahrt nicht als Diktiergerät benutzen - Sie müssten es dazu ja zumindest zum An- und Ausschalten in die Hand nehmen - ein Diktiergerät dagegen schon. Auch Funkgeräte dürfen während der Fahrt benutzt werden.

Ein Mobiltelefon darf während der Autofahrt auch nicht in die Hand genommen werden um Musik abspielen zu lassen – selbst dann nicht, wenn das Handy keine SIM-Karte besitzt. Das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 4 RBs 214/17) sieht auch hierin ein Verstoß gegen das Handyverbot der Straßenverkehrsordnung. Es komme nicht darauf an, ob nur eine Funktion des Mobiltelefons während einer Autofahrt genutzt werde. In einer früheren Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (Aktenzeichen 2 Ss OWi 25/07) sah das Gericht auch einen Verstoß gegen das Handyverbot der Straßenverkehrsordnung, wenn eine Telefonkarte hin- und hergeschoben wurde, um ein Autotelefon funktionstüchtig zu machen.

SMS am Steuer: Wie hoch ist das Bußgeld?


Wer dabei erwischt wird, wie er sein Handy während der Fahrt in die Hand nimmt oder hält, riskiert ein Bußgeld in Höhe von aktuell 60 Euro und kassiert zudem einen Punkt in Flensburg. Übrigens ist unerheblich, wie lange Sie das Handy in der Hand gehalten haben. Das Bußgeld wird ab dem ersten Moment fällig. Wer mehrmals mit dem Handy am Ohr erwischt wird, riskiert ein dreimonatiges Fahrverbot . Verursachen Sie einen Unfall und kann Ihnen aufgrund der Handynutzung eine grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden, zahlt die Versicherung unter Umständen nicht. Fahranfänger, die ihren Führerschein auf Probe erteilt bekommen haben, müssen bei wiederholtem Handygebrauch mit einer Verlängerung der Probzeit rechnen.

Freischalteinrichtung von Mobiltelefonen: Welche ist erlaubt?


Fest eingebaute Freisprecheinrichtungen sind genauso erlaubt wie ein Head-Set. Das Handy darf in der Freisprechanlage, in der Mittelkonsole oder auch auf dem Beifahrersitz ruhen. Am sichersten ist die Verwendung von Bluetooth oder Mobiltelefonen mit Sprachsteuerung. Ein Gespräch während der Fahrt annehmen und deshalb die Tasten zu bedienen, ist übrigens grundsätzlich erlaubt.

Wann darf ich das Handy im Auto benutzen?


Das Mobiltelefon dürfen Sie im Auto mitführen und es auch im Auto benutzen - allerdings nur dann, wenn das Auto steht und der Motor ausgeschaltet ist. Haben Sie ein Auto mit Start-Stopp-Automatik, dürfen Sie an einer roten Ampel Ihr Handy bei ausgeschaltetem Motor aufnehmen. Sie müssen dann aber den Zeitpunkt abpassen, wenn der Motor wieder anspringt. Denn mit laufendem Motor oder anfahrendem Auto riskieren Sie sofort das besagte Bußgeld. Geraten Sie in einen Stau, gilt die gleiche Regeln: Auch dann dürfen Sie Ihr Handy nur benutzen, wenn Ihr Fahrzeug steht und der Motor ausgeschaltet ist.

Wann Sie Ihr Handy während der Fahrt in die Hand nehmen dürfen


Keine Regel ohne Ausnahme: Sie dürfen Ihr Handy dann während der Fahrt in die Hand nehmen, wenn Sie es an einen anderen Platz legen möchten (OLG Köln, Beschluss vom 23. 8. 2005, DAR 2005, s. 695), da dies keine handytypische Aktion wie das Telefonieren ist.

Blitzer-App: Darf man sie downloaden und während der Fahrt benutzen?


Blitzer-Apps ersetzen mittlerweile für viele Autofahrer die Warnhinweise im Radio. Doch darf der Fahrer diese auch während der Fahrt einsetzen? Nein, sagt das Oberlandesgericht Rostock in einem entsprechenden Fall. Ein Smartphone mit Blitzer-App ist nach der dortigen Auffassung ein Gerät, das Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzeigen kann. Und das ist Bürgern verboten. Entsprechend musste der Autofahrer 75 Euro Geldbuße und einen Punkt in Flensburg akzeptieren. Trick 17: Der Download solcher Apps ist sehr wohl erlaubt und wenn der Beifahrer die App während der Fahrt checkt und den Fahrer mündlich warnt, kann die Ordnungsbehörde auch nichts dagegen tun. Alternativ können Autofahrer vor der Fahrt zu Hause die Blitzer checken, um an den entsprechenden Stellen dann gewarnt zu sein - auch das ist erlaubt.


erstmals veröffentlicht am 04.07.2017, letzte Aktualisierung am 05.07.2017

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