anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Immobilienrecht , 22.12.2016 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Hauskauf: Wann gibt’s Geld zurück vom Makler?

Hauskauf: Wann gibt’s Geld zurück vom Makler? © JSB31 - Fotolia

Wer Immobilien kaufen oder mieten möchten, kommt an Immobilienmaklern und deren Provisionen kaum vorbei. In manchen Fällen muss der Makler seine Provision allerdings wieder zurückzahlen …

Wie viel Provision darf ein Immobilienmakler überhaupt verlangen?



Für die Vermittlung einer Mietwohnung darf der Immobilienmakler laut Gesetz maximal zwei Monatsmieten, zuzüglich Mehrwertsteuer verlangen. Beim Immobilienerwerb liegt die Provision im Schnitt bei drei bis sechs Prozent des Verkaufserlöses.

Wann muss ein Makler die Provision zurückerstatten?



Ein Makler, der seine wesentlichen Vertragspflichten vorsätzlich oder zumindest grob leichtfertig verletzt und den Interessen seines Auftraggebers damit zu wider handelt, muss seine Maklerprovision zurückzahlen.

Das Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 4 U 24/14) hat einen Makler zur Rückzahlung von knapp 20.000 Euro verurteilt, weil er beim Immobilienerwerb verschwiegen hatte, dass die Immobilie von der Denkmalschutzbehörde begutachtet werden soll, ob sie unter Denkmalschutz gestellt wird.
Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Immobilieninteressent beim Makler nachgefragt, ob dieses Haus unter Denkmalschutz stehe. Dies verneinte der Makler zutreffend. Er verschwieg dabei aber, dass die Stadt als Denkmalschutzbehörde bereits angekündigt hatte, das Gebäude zur Prüfung der Denkmalschutzsituation zu besichtigen. Nachdem der Immobilieninteressent das Objekt erworben hatte, wurde es tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt.
Der Makler hat daher wegen der unvollständigen Auskunft seinen Provisionsanspruch verwirkt. Er hätte den Immobilieninteressenten darüber aufklären müssen, dass die Stadt mit der Frage des Denkmalschutzes des Objektes befasst war. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs habe ein Makler seinen Provisionsanspruch dann verwirkt, wenn er durch eine vorsätzliche oder zumindest grob leichtfertige Verletzung wesentlicher Vertragspflichten den Interessen seines Auftraggebers in schwerwiegender Weise zuwiderhandelt und sich damit seines Lohnes als unwürdig erweist. Dazu gehöre auch, so die Richter weiter, wenn der Makler in einem für den Auftraggeber wichtigen Punkt vorsätzlich oder grob leichtfertig falsche oder unvollständige Angaben mache. Dabei gelte die Aufklärungspflicht unabhängig davon, ob bereits ein formelles Denkmalschutzverfahren eingeleitet gewesen sei. Sie umfasse vielmehr auch die Information, die Stadt Nordhorn wolle im Rahmen eines Besichtigungstermins überprüfen, ob ein formelles Denkmalschutzverfahren eingeleitet wird. Diese Information hätte nicht verschwiegen werden dürfen, zumal dem Makler durch die Nachfrage der Klägers bewusst gewesen sei, dass es diesem auf die Denkmalschutzeigenschaft des Gebäudes ankam, so das Oberlandesgericht Oldenburg.

erstmals veröffentlicht am 18.08.2014, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Wohnen & Bauen
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Immobilienrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.967741935483871 / 5 (62 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Mietrecht 14.07.2016
Das Bestellerprinzip besagt, dass bei der Wohnungsvermietung derjenige die Arbeit des Maklers bezahlen muss, der den Makler mit der Vermittlung beauftragt hat. Das ist in den meisten Fällen der Vermieter. Oftmals wird versucht, die Gebühr indirekt dem Mieter aufzubrummen.
24.11.2015
Im Maklerrecht geht es meist darum, ob ein Makler seinen Auftrag zu Genüge erfüllt hat und die Provision tatsächlich zu zahlen ist. Diesbezügliche Streitigkeiten sollte man möglichst im Keim ersticken – etwa mit einem wasserfesten Maklervertrag.
Expertentipp vom 20.05.2010 (444 mal gelesen)

In Zeiten niedriger Zinsen denken viele Interessenten über den Kauf einer Immobilie nach. Ob als Investitionsobjekt oder zur Eigennutzung, der Kauf einer Immobilie geht mit hohen finanziellen Transaktionen einher.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.90625 / 5 (32 Bewertungen)
Expertentipp vom 12.03.2012 (408 mal gelesen)

Grundsätzlich gilt: Ein Makler kann eine Provision fordern, wenn der Käufer den Makler zur Vermittlung beauftragt und wenn der Makler den Kauf kausal vermittelt hat. Der Honoraranspruch entsteht grundsätzlich bei Abschluss des notariell beglaubigten Grundstückskaufvertrages.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.9565217391304346 / 5 (23 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Wohnen & Bauen

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung