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Hunde besser anleinen- Hundehalter haften!

Ob im Wald oder im Supermarkt: Hundebesitzer halten eine Leine für Ihren Hund oft für nicht notwendig. Verursacht aber ein unangeleinter Hund einen Schaden, muss sein Herrchen oder Frauchen dafür haften, und das kann richtig teuer werden.

Ob im Wald oder im Supermarkt: Hundebesitzer halten eine Leine für Ihren Hund oft für nicht notwendig. Verursacht aber ein unangeleinter Hund einen Schaden, muss sein Herrchen oder Frauchen dafür haften, und das kann richtig teuer werden.

Dies zeigt ein Urteil des Landgerichts Coburg (Az. 13 O 37/09): Zwei Hundehalter waren zur gleichen Zeit mit ihren nicht angeleinten Hunden unterwegs. Der Hund der Beklagten rannte auf den Hund des Klägers zu und war weder durch Zurufe noch durch Pfeifen zum Stehenbleiben zu bewegen. Dabei prallte der Hund des Beklagten gegen das Knie des Klägers, so dass dieser zu Fall kam und eine schmerzhafte Prellung sowie eine Gesichtsverletzung erlitt.

Der Kläger wollte insgesamt 2.000,00 Euro Schmerzensgeld, da er an mindestens fünf Tagen habe Schmerzmittel aufgrund des Unfalls einnehmen müssen. Zudem sei ihm ein Haushaltsführungsschaden entstanden, da er zwei Wochen nicht in der Lage gewesen sei, seine Ehefrau bei der Arbeit im Haushalt sowie bei der Führung ihrer Pension zu unterstützen.

Das Landgericht Coburg hat der Klage überwiegend stattgegeben. Der Beklagte als Halter eines Haustieres ist nach § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches zum Ersatz des durch das Tier entstandenen Schadens verpflichtet. Das Gericht sah eine Kürzung oder einen Ausschluss der Ansprüche des Klägers nicht schon deswegen gerechtfertigt, weil dieser seinen Hund zum Unfallzeitpunkt ebenfalls nicht angeleint hatte. Das Gericht vermochte sich nicht davon zu überzeugen, dass sich der Unfall nicht oder anders ereignet hätte, wenn der Geschädigte seinen Hund angeleint gehabt hätte. Der Hund des Beklagten war auf den Kläger zu gerannt, so dass es nicht nachzuvollziehen sei, dass der Hund des Beklagten den Kläger nicht gerammt und zu Boden gestürzt hätte, wenn der Hund des Klägers zu diesem Zeitpunkt angeleint gewesen wäre und sich in unmittelbarer Nähe des Klägers aufgehalten hätte. Daher sprach das Gericht einen Schmerzensgeldanspruch in Höhe von 2.000,00 Euro und einen Haushaltsführungsschaden von etwa 1.300,00 Euro zu.

In einem weiteren Fall war ein unangeleinter Hunde nachts vom Grundstück auf die Straße gesprungen und hatte einen Zusammenstoß mit einem Auto. Dabei verursachte das Tier erheblichen Sachschaden. Auch hierfür wurde der Hundehalter haftbar gemacht. Das Landgericht Coburg (Az.: 32 S 35/03) entschied, das der Hundehalter allein für diesen Unfall verantwortlich sei, weil er dafür Sorge zu tragen hatte, dass sein Hund nicht auf die Straße laufen kann. Für den Autofahrer sei dieser Unfall unvermeidbar gewesen.

Tipp: Hundehalter haften gesetzlich auch ohne ein Verschulden und müssen daher für die vom Hund verursachten Schäden aufkommen. Es empfiehlt sich daher in jedem Fall eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abzuschließen.




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