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Kategorie: Anwalt Reiserecht , 13.10.2015 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Horrido und Waidmannsheil – Rechtliches rund um die Jagd

Die Schonzeiten sind für die meisten Wildtiere vorbei. Für Rehe, Feldhasen und Fasane hat die Jagdsaison begonnen. Ob bei der Jagdausübung, beim Waffenbesitz oder der Jagdabgabe – Jäger sehen sich oft mit dem Gesetz konfrontiert.

Alkoholisierter Jäger – Entzug der waffenrechtlichen Erlaubnis!


Ein Jäger, der unter Alkoholeinfluss sein Gewehr benutzt, ist im Sinne des Waffenrechts als unzuverlässig anzusehen. Dies geht aus einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (Aktenzeichen 6 C 30.13) hervor. Im zu entscheidenden Fall hatte ein Jäger zwei Gläser Rotwein und ein Glas Wodka getrunken, bevor er zum Hochsitz ging. Dort erschoss er einen Rehbock. Auf dem Rückweg geriet der Jäger in eine Polizeikotrolle. Im Rahmen eines Alkoholtest wurde eine Alkoholkonzentration von 0,39 mg/l festgestellt. Seine waffenrechtliche Erlaubnis wurde daraufhin mit der Begründung entzogen, dass der Jäger im waffenrechtlichen Sinne unzuverlässig sei, weil er unter Alkohol seine Waffe benutzt hatte. Der Jäger klagte – ohne Erfolg. Letztinstanzlich entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass Menschen keine Zuverlässigkeit im Sinne des Waffengesetzes besitzen, wenn es Tatsachen gibt, die dafür sprechen, dass sie mit der Waffe nicht sachgemäß umgehen. Alkoholeinfluss sei eine solche Tatsache, die zur Gefährdung anderer Menschen führen könne. Da der Jäger dieses Risiko kannte und trotzdem im alkoholisierten Zustand zum Gewehr griff, reicht für die Bundesverwaltungsrichter um ihm auch in Zukunft ein solches Verhalten zu unterstellen.

Jagdabgabe verstößt nicht gegen Verfassung!


Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wird von Jagdscheininhabern eine Jagdabgabe erhoben. Dies ist verfassungsgemäß, entschied das Verwaltungsgericht Köln ( Aktenzeichen 8 K 969/15 u.a.). Es begründete seine Entscheidung damit, dass die Inhaber einer Jagdscheins ein gemeinsames Interesse an der Jagd und deren Weiterentwicklung hätten. Damit grenzten sie sich gegenüber der Allgemeinheit ab, was eine Erhebung der Jagdabgabe rechtfertige.

Jäger darf im eigenen Jagdbezirk keine Hirsche erlegen!


Einem Jäger, der in einem Eigenjagdbezirk Hirsche erlegen wollte, erhielt hierfür nicht die notwendige behördliche Einwilligung. Diese Verwaltungsentscheidung wurde von Verwaltungsgericht Koblenz (Aktenzeichen 1 K 1226/14.KO) bestätigt. Der Jäger habe nicht genügend ausgeführt, warum er zur Schadensabwehr Hirsche der Klasse II erlegen müsse. Hirsche der Klassen I und II stünden unter einem besonderen Schutz, daher müsse ein Antrag auf Erlegung aufgrund von Schadensabwehr nachvollziehbar begründet sein. Der Jäger müsse dafür konkret die Wildschäden, das Wildaufkommen sowie die Intensität der Jagdausübung bezeichnen. Diese Angaben fehlten im Antrag des Jägers.

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