anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Internetrecht , 02.05.2019 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Jameda: Anspruch auf Veröffentlichung von gelöschten positiven Bewertungen?

Jameda: Anspruch auf Veröffentlichung von gelöschten positiven Bewertungen? © Marco2811 - Fotolia

Rund um die Veröffentlichung von Arztprofilen und Patientenbewertungen auf dem Internetbewertungsportal Jameda gibt es immer wieder rechtliche Auseinandersetzungen. Jetzt hat das Landgericht München I entschieden, dass ein Arzt keinen Anspruch auf eine Wiederveröffentlichung von gelöschten positiven Patientenbewertungen hat.

Keine Wiederveröffentlichung von gelöschten positiven Patientenbewertungen


Ein Arzt hat keinen Anspruch gegenüber dem Internetbewertungsportal Jameda auf Wiederveröffentlichung von gelöschten positiven Patientenbewertungen. Dies entschied das Landgericht München I (Aktenzeichen 33 O 6880/18) im Fall eines Zahnarztes, bei dem nach Kündigung seiner Premium-Mitgliedschaft bei Jameda zehn positive Patientenbewertungen gelöscht wurden. Jameda gab an, die Löschung sei aufgrund eines negativen Prüfverfahrens über die Validität der Bewertungen erfolgt.

Nach Auffassung des Landgerichts München I kann der Zahnarzt nicht beweisen, dass die Löschung der positiven Bewertungen eine Reaktion auf seine Kündigung der Premium-Mitgliedschaft war. In der Vergangenheit seien von Jameda immer wieder aufgrund von Qualitätswahrung und Validitätsprüfung eingestellte Bewertungen gelöscht worden. Dem Zahnarzt hätte es laut Gericht oblegen, zu jeder einzelnen Bewertung im Hinblick auf deren Validität Stellung zu nehmen.

Jameda muss Profil einer Ärztin löschen


Der Bundesgerichtshof hat kürzlich entschieden, dass das Arztsuche- und Bewertungsportal Jameda das Profil einer Ärztin, die nicht mit der Übermittlung ihrer personenbezogenen Daten auf der Internetplattform einverstanden war, löschen muss. Damit müssen Ärzte die Einträge auf diesen Bewertungsplattformen nicht länger hin nehmen.

Die betroffene Ärztin wehrte sich mit ihrer Klage gegen die Aufnahme in die Datenbank von www.jameda.de. Sie hatte dort einige schlechte Bewertungen von Patienten erhalten. Darüber hinaus erschienen neben ihrem Profil, die Profile von Ärzten gleicher Fachrichtung, die allerdings einen kostenpflichtigen Premium-Eintrag bei Jameda gebucht hatten und entsprechend vorteilhaft präsentiert wurden.

Mit dem Urteil rückt der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VI ZR 30/17) von seiner bisherigen Auffassung ab, dass Ärzte einen Eintrag auf entsprechenden Internetportalen hinnehmen müssen. Da Jameda auf seinem Portal Werbeanzeigen zum Kauf anbiete, verlasse es seine neutrale Stellung als reiner Informationsvermittler. Aus diesem Grund überwiege der Schutz der Ärztin an ihren personenbezogenen Daten.



erstmals veröffentlicht am 09.03.2018, letzte Aktualisierung am 02.05.2019

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Computer & Internet
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Internetrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern grau Stern grau Stern grau Stern grau Stern grau 0.0 / 5 (0 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht 09.05.2016
Mit Hilfe einer MPU soll die Frage beantwortet werden, ob Sie eine Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer darstellen oder nicht. Von der Untersuchung hängt ab, ob Sie Ihren Führerschein behalten können oder abgeben müssen.
Expertentipp vom 19.03.2016 (1201 mal gelesen)

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (BGH) hat am 01.03.2016 eine Entscheidung veröffentlicht, die Ärzte aufhorchen lassen sollte: Die Richter des höchsten deutschen Zivilgerichts urteilten, dass die Betreiber von Bewertungsportalen (im konkreten Fall www.jameda.de) sorgfältig prüfen müssen, ob die einen Arzt bewertende, anonyme Person tatsächlich bei diesem in Behandlung war. Kommt das Portal dieser Anforderung nicht nach, so kann der Arzt die Löschung der negativen Bewertung verlangen (Az.: VI ZR 34/15).

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.2 / 5 (75 Bewertungen)
Expertentipp vom 20.01.2017 (210 mal gelesen)

Ob vor einer Bewerbung, Ebay-Verkäufen oder Gesprächen mit potentiellen Geschäftspartnern: Wir müssen davon ausgehen, vor wichtigen Entscheidungen virtuell durchleuchtet zu werden. Es kommt daher heutzutage häufig vor, dass der eigene Name „gegoogelt“ wird.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8 / 5 (11 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Computer & Internet

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung