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Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht , 17.06.2016

Raubüberfall beim Juwelier: Versicherungspflicht für Kundenschmuck?

Ist ein Juwelier verpflichtet Kundenschmuck, den er zur Reparatur angenommen hat, gegen Diebstahl und Raub zu versichern? Und muss er Kunden darüber aufklären, wenn kein Versicherungsschutz für diesen Fall gegeben ist? Mit diesen Fragen beschäftigte sich jüngst der Bundesgerichtshof.

Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Juwelier Kundenschmuck im Wert von rund 2.900 Euro zur Reparatur angenommen. Dieser Schmuck wurde im Rahmen eines Raubüberfalls beim Juwelier gestohlen. Der Juwelier war für diesen Fall nicht versichert. Dies hatte er dem Kunden bei der Annahme des Reparaturauftrags nicht gesagt. Der Kunde verlangte daraufhin Wertersatz für seinen gestohlenen Schmuck.

Grundsätzlich keine Versicherungspflicht, aber Aufklärungspflicht bei wertvollem Schmuck


Dazu stellte der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VII ZR 107/15) fest: Ein Juwelier ist grundsätzlich nicht verpflichtet Kundenschmuck, den er zur Reparatur entgegengenommen hat gegen Diebstahl und Raub zu versichern. Er muss seine Kunden allerdings über die nichtbestehende Versicherung aufklären, wenn er Schmuck mit außergewöhnlich hohem Wert entgegen nimmt oder der Kunde aufgrund der Branche davon ausgehen kann, dass Versicherungsschutz besteht. Schmuck im Wert von rund 2.900 Euro stellt laut Bundesgerichtshof allerdings keinen außergewöhnlich hohen Wert dar. Ob es in der Juwelier-Branche üblich ist, Kundenschmuck zu versichern, muss das Berufungsgericht prüfen, an das der Bundesgerichtshof die Rechtssache zurückverwiesen hat.

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