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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 10.09.2009

Kein Faustrecht bei Wohnungskündigung- Anwalt spart Ärger und Kosten

Nach Schätzung der Eigentümer-Schutzgemeinschaft Haus & Grund betragen die Mietausfälle derzeit insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Gibt es Probleme mit den Mietzahlungen, sollten Betroffene schnell reagieren.

Nach Schätzung der Eigentümer-Schutzgemeinschaft Haus & Grund betragen die Mietausfälle derzeit insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Gibt es Probleme mit den Mietzahlungen, sollten Betroffene schnell reagieren. Der erste Schritt auf Vermieterseite ist, sich beim Mieter zu erkundigen, warum die Zahlungen ausgeblieben sind. Kann dieser den Mietrückstand nicht erklären, so sollten Vermieter schnellstmöglich einen Anwalt aufsuchen, um sich individuell beraten zu lassen. Spricht der Vermieter wegen formeller Fehler eine unwirksame Kündigung aus, so muss er die Anwaltskosten für die Zurückweisung der Kündigung zahlen.

Wenn damit zu rechnen ist, dass weitere Mietzahlungen ausbleiben, sollte das Mietverhältnis gekündigt werden, so Rechtsanwalt Hans-Joachim Lock aus Worms. Wer zunächst Zahlungsrückstände gerichtlich geltend macht oder Mahnungen verschickt, verliert nur Zeit. Der Mieter hat immer noch die Möglichkeit innerhalb von zwei Monaten, die Kündigung durch Zahlung aller Rückstände abzuwenden, sofern er dieses Recht nicht innerhalb der letzten zwei Jahre bereits schon einmal in Anspruch genommen hat.

Hat der Mieter zuvor jedoch Mängel gerügt, muss der Vermieter behutsam vorgehen, denn eine Kündigung wegen Zahlungsverzug setzt grundsätzlich ein Verschulden des Mieters voraus.

Wenn der Vermieter erfolgreich ein Räumungsurteil erstritten hat, müssen die Mieter die Wohnung durch einen Gerichtsvollzieher räumen lassen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Der Vermieter zahlt einen Kostenvorschuss und der Gerichtsvollzieher beauftragt ein Räumungsunternehmen. Der Vermieter erhält dann die leer geräumte Wohnung - eine schnelle aber teure Lösung. Der Vermieter kann die Wohnung auch als Pfandkammer durch einen Gerichtsvollzieher beschlagnahmen lassen. In diesem Fall muss der Mieter die Wohnung zwar verlassen, sein Hab und Gut muss aber in den Wohnräumen bleiben. Der Vermieter hat allerdings keinen Zutritt zur Wohnung mehr. Diese Lösung ist zwar zunächst kostengünstiger, die Wohnung bleibt aber für einen längeren Zeitraum nicht vermietbar.

Immer wieder zeigt die Praxis, dass Vermieter das Recht selbst in die Hand nehmen. Dieses Unterfangen ist nicht nur strafrechtlich relevant, sondern auch sehr schadensersatzträchtig. Vermieter machen sich der Sachbeschädigung und/oder einer Unterschlagung schuldig und haften für den dadurch entstandenen Schaden. Hier kann nur zur allergrößten Vorsicht geraten werden, denn was aus Sicht des Vermieters wertlos erscheinen mag, kann dem Mieter lieb und teuer sein.

Für Streitigkeiten bei Wohnraummietverhältnissen herrscht kein Anwaltszwang vor dem Amtsgericht, das immer erstinstanzlich zuständig ist. Die professionelle Hilfe eines fachlich qualifizierten Rechtsanwalts spart jedoch Kosten.

Im Zweifelsfall sollten Sie einen Anwalt Ihres Vertrauens zu Rate ziehen.



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