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Basiskonto kein kostenloses Girokonto

Das Girokonto für Jedermann ist Realität: Seit 19. Juni haben Volljährige einen Rechtsanspruch auf ein so genanntens Basiskonto. Das gilt auch für Wohnungslose und Flüchtlinge - kostenlos muss das Konto aber nicht sein. Und die Gebührenhöhe scheint aktuell auch das Problem zu sein.

Girokonto: Wie funktioniert das?


Mit dem neuen Basiskonto sollen die meisten Verbraucher folgende Finanzdienste in Anspruch nehmen können: Ein- und Auszahlungen, Überweisungen, Lastschriften, Zahlungskartengeschäft. Diese Möglichkeit bleibt Schätzungen zufolge bislang über eine Million Menschen in Deutschland verwehrt. Wichtig: Mit dem so genannten Basiskonto wird dem Verbraucher kein Kreditrahmen eingeräumt, es funktioniert nur auf Guthabenbasis und kann nicht überzogen werden. Der Kunde erhält also keinen Dispokredit.

Kontoführungsgebühren möglich!


Banken dürfen auch für das Basiskonto Geld verlangen. Die Gebühr für die Kontoführung muss allerdings laut Gesetzgeber "angemessen" sein. Neu ist, dass die Bank den Verbraucher schon bei Vertragsschluss über die Kontoführungsgebühren informieren muss sowie während der ganzen Vertragslaufzeit.

Dürfen Banken trotzdem Anträge ablehnen?


Banken haben trotz der rechtsverbindlichen Verpflichtung weiterhin die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag eines Verbrauchers abzulehnen. Das gilt insbesondere dann, wenn der Verbraucher nicht geschäftsfähig ist, schon ein Basiskonto unterhält oder die Bank ihm ein Konto wegen Zahlungsverzugs gekündigt hat. Eine Ablehnung eines Antrags darf aber auch erfolgen, wenn der Verbraucher eine Straftat gegen das Bankinstitut begangen hat. Nicht ablehnen darf die Bank die Eröffnung eines Basiskontos hingegen, wenn der Verbraucher eine schlechte Schufa -Auskunft besitzt.

Update: Gebührenhöhe


Die Möglichkeit des Basiskontos ist seit Juni 2016 gegeben. Zwischenfazit: Deutschlands Banken haben das Gesetz flächendeckend umgesetzt. Der Haken: Die Gebührenhöhe. Diese sollte laut Gesetzgeber ja "angemessen" sein. Eine genaue Höhe legte er jedoch nicht fest. Und das scheint derzeit das Problem zu sein. So langen viele Banken mit aktuell bis zu 15 Euro monatlich kräftig zu. Zudem sind einer Studie der FMH Finanzberatung zufolge die Kosten auch nicht transparent, sondern eher im Kleingedruckten versteckt. Das Gute: Verbraucherverbände haben diese Entwicklung bereits im Blick und möchten dreiste Institute auch mit einer Abmahnung in die Schranken weisen. Durch entsprechende verbraucherfreundliche Urteile könnte sich die monatliche Gebühr künftig einpendeln. Warten wir es ab!

erstmals veröffentlicht am 31.05.2016, letzte Aktualisierung am 25.07.2016

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