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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 20.05.2016

Kündigung Fitnessstudio: Berufsbedingter Wohnortswechsel ist kein Kündigungsgrund!

Fitnessstudios locken ihre Kunden häufig mit günstigen Konditionen zu langen Vertragslaufzeiten. Treten beim Kunden dann Ereignisse auf, die das Trainieren im Fitnessstudio unmöglich machen - wie etwa Krankheit oder ein Wohnortswechsel - läuft der Vertrag mit seinen monatlichen Beiträgen weiter. Der Bundesgerichtshof hat aktuell entschieden, dass ein berufsbedingter Wohnortswechsel den Kunden nicht zur fristlosen Kündigung des Fitness-Studiovertrags berechtigt.

Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Fitness-Kunde einen Vertrag mit einem Fitnessstudio über eine Laufzeit von 24 Monaten zu einem monatlichen Beitrag von 69,90 Euro abgeschlossen. Der Vertrag verlängerte sich jeweils um ein Jahr, wenn er nicht bis zu seinem Ablauf mit einer Frist von 3 Monaten gekündigt wird. So geschehen, der Vertrag verlängerte sich und der Kunde musste beruflich bedingt seinen Wohnort wechseln, weshalb er nicht mehr im Fitnessstudio trainieren konnte. Er zahlte daraufhin seine Beiträge nicht mehr. Das Fitnessstudio klagte.

Kündigungsgrund nur bei Erkrankung oder Schwangerschaft


Mit Erfolg, entschied der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen XII ZR 62/15). Der Kunde habe den Vertrag nicht rechtswirksam gekündigt und sei deshalb verpflichtet seine Beiträge weiterzuzahlen. Es gebe zwar die Möglichkeit einen Fitnessstudio-Vertrag auch fristlos zu kündigen, dies gehe aber nur unter der Voraussetzung, dass die Weiterführung des Vertrages für einen Vertragspartner unzumutbar sei. Hier trage aber der Kunde das Risiko, dass er aufgrund veränderter Lebensbedingungen die Vertragleistungen nicht mehr in Anspruch nehmen kann. Fristlos kündigen könne ein Kunde nur beim Vorliegen von Gründen, auf die er keinen Einfluss hat – wie etwa Erkrankungen oder eine Schwangerschaft. Ein berufsbedingter Wohnortswechsel sei kein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung. Die Gründe für den Wohnortswechsel könne der Kunde beeinflussen, so der Bundesgerichtshof.

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