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Kategorie: Anwalt Strafrecht , 02.07.2018

Kunsthändler Achenbach zu 16,1 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt

Kunsthändler Achenbach zu 16,1 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt © svetlana67 - fotolia.com

Der Düsseldorfer Kunsthändler Helge Achenbach wurde in mehreren Fällen wegen Betrugs verurteilt. Er saß bereits eine Gefängnisstrafe von 6 Jahren wegen Betrugs an den Aldi-Erben Albrecht ab. Jetzt entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf, dass Achenbach 16,1 Millionen Schadensersatz an die Albrecht-Erben zahlen muss.

Albrecht-Erben haben Anspruch auf 16,1 Millionen Schadensersatz/h2>
Achenbach betrieb in Düsseldorf einen Kunsthandel mit prominenter Kundschaft. Er versorgte etwa die Aldi-Erben Babette und Berthold Albrecht mit Kunstwerken und Oldtimer. Im Jahr 2014 kassierte er für verdeckte Preisaufschläge im Rahmen seines Kunsthandels eine Haftstrafe von 6 Jahren. Jetzt hat das Oberlandesgericht Düsseldorf (Aktenzeichen I – 5 U 92/17) in einem Berufungsverfahren entschieden, dass Achenbach zu 16,1 Millionen Euro Schadensersatz an die Albrecht-Erben leisten muss.

Gründe für vorzeitige Haftentlassung liegen nicht vor


Nach Ansicht des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Aktenzeichen III 2 Ws 480/17) liegen die Voraussetzungen für eine vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung nach Verbüßung von weniger als zwei Dritteln der festgesetzten Strafhaft bei Achenbach nicht vor. Diese könne nur gewährt werden, wenn die Gesamtwürdigung der Tat und die Entwicklung des Täters in der Haft für eine Entlassung sprechen würden. Hier sei die Tat Achenbachs von großer krimineller Energie geprägt gewesen. Er habe mit seinen Betrügereien einen Schaden von 20 Millionen Euro bei seinen Opfern verursacht. Allein sein beanstandungsfreies Verhalten im Strafvollzug rechtfertige noch keine vorzeitige Entlassung aus der Haft. Er habe sich zu keinem Zeitpunkt um eine Wiedergutmachung des Schadens bemüht und habe das Unrecht seiner Taten nach Ansicht des Gerichts nicht eingesehen.

Achenbach wegen Betrug in 20 Fällen verurteilt


Der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen 4 StR 317/15) hat sich im Jahr 2016 mit den Betrugsvorwürfen gegenüber dem Unternehmer Bernd Viehof beschäftigt. Achenbach sollte für Viehof Ausschau nach hochwertiger Kunst und Oldtimer Ausschau halten und günstige Preise erzielen. Vereinbart war, dass der Kunsthändler nach Zustimmung von Viehof das betreffende Kunststück erwerben und dann an den Unternehmer weitergeben sollte. Dafür sollte Achenbach eine Provision erhalten, die sich anhand des Einkaufspreises errechnete. Der Kunsthändler machte hinsichtlich der Einkaufspreise falsche Angaben gegenüber seinem Auftraggeber und kassierte ein überhöhte Provision ab. Der Bundesgerichtshof hat in 16 Fällen die Anklage wegen Betrugs bestätigt.
Achenbach befindet sich in einem Insolvenzverfahren.

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