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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 09.06.2010

Mehr Beschwerden bei Kfz-Schiedsstellen

Um 15,4 Prozent auf 13 500 Fälle stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Beschwerden von Werkstattkunden und Gebrauchtwagenkäufern an die Kfz-Schiedsstellen. Allerdings erledigten sich 11 870 Anträge und damit fast 88 Prozent bereits im Vorverfahren.

Um 15,4 Prozent auf 13 500 Fälle stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Beschwerden von Werkstattkunden und Gebrauchtwagenkäufern an die Kfz-Schiedsstellen. Allerdings erledigten sich 11 870 Anträge und damit fast 88 Prozent bereits im Vorverfahren.

Insgesamt 1660 Verfahren landeten bundesweit vor einer der 130 Schiedskommissionen. Davon endeten 51,3 Prozent der Anträge mit einem Vergleich. In 18,7 Prozent ging das Verfahren zugunsten der Werkstatt oder des Gebrauchtwagenhändlers aus. Den Kunden gaben die Kommissionen in 14,6 Prozent der Fälle Recht. Rund 15 Prozent der Antragsverfahren aus dem vergangenen Jahr sind noch nicht abgeschlossen. Diese Zahlen teilte das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) jetzt mit. Im Verhältnis zu den 67,8 Millionen Reparatur- und Wartungsaufträgen sowie den mehr als 3,6 Millionen Gebrauchtwagenverkäufen über den Fachhandel sei die Zahl der Anträge jedoch verschwindend gering: Nur bei knapp 0,02 Prozent der Fälle gab es im Jahr 2009 Grund zur Beanstandung, rechnet ZDK-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Koblitz vor. Die Schiedsstellen lösen Konflikte, die sich aus dem Service oder dem Gebrauchtwagenkauf ergeben. Sie befassen sich nicht mit Streitigkeiten, die bereits bei Gericht anhängig sind. Laut Koblitz unterwerfen sich nur Mitgliedsbetriebe der Kfz-Innungen, die am blau-weißen Meisterschild zu erkennen sind, dem Schiedsverfahren. Dies zeige, wie wichtig Meisterbetriebe für einen praktizierten Verbraucherschutz seien. Als häufigste Beschwerdepunkte gelten bei Wartungs- und Reparaturarbeiten die Rechnungshöhe, unsachgemäße Arbeit und die Durchführung von Arbeiten, die nicht in Auftrag gegeben wurden. Bei Gebrauchtwagen beschwerten sich laut Koblitz die Verbraucher hauptsächlich über technische Mängel, verborgene Unfallschäden und über eine falsche Angabe der Gesamtlaufleistung. Für Beschwerden aus dem Neuwagenbereich sind die Schlichtungsstellen nicht zuständig. Die Schlichterkommission leitet ein Jurist mit der Befähigung zum Richteramt. Außerdem gehören ihr je ein Vertreter des Kfz-Gewerbes und eines Automobilclubs sowie ein öffentlich bestellter und vereidigter Kfz-Sachverständiger an. Bei Streitigkeiten aus Reparaturaufträgen ergänzt ein Sachverständiger von einer anerkannten Prüforganisation das Gremium. Somit seien laut ZDK Handwerks- und Verbraucherinteressen gleichermaßen berücksichtigt. Nach Zahlen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) gab zu Jahresbeginn 2010 bei einer Umfrage nur rund die Hälfte der befragten Fahrzeughalter an, schon von den Schiedsstellen des Kfz-Handwerks gehört zu haben, von den jüngeren Haltern unter 30 Jahren sogar nur 13 Prozent. Unter der Internetadresse www.kfzschiedsstelle.de finden Autohalter alle notwendigen Informationen und die Adresse der nächstgelegenen Schiedseinrichtung.


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