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Mietrecht , 22.12.2016

Miete: Fristlose Kündigung bei Beleidigung des Vermieters?

Miete: Fristlose Kündigung bei Beleidigung des Vermieters? © Stefan Körber - Fotolia

Mieter sollten bei Auseinandersetzungen mit Ihrem Vermieter nicht die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Beleidigung wie „Sie sind ein Schwein“ oder „promovierter Arsch“ können schnell zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses führen.

Mieter tituliert Vermieter als promovierten Arsch- fristlose Kündigung des Mietverhältnisses!


Vermieter müssen sich von ihren Mietern keine Beleidigungen gefallen lassen. Bezeichnet ein Mieter einen Vermieter als promovierten Arsch, kann der Vermieter sich fristlos vom Mietverhältnis lösen. Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 474 C 18543/14). Eine solch grobe Beleidigung des Vermieters ist eine so schwer wiegende Vertragsverletzung, dass dem Vermieter eine Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht mehr zu zumuten ist. Diese Äußerungen des Mieters könnten auch nicht mehr als Unhöflichkeit oder hinzunehmende Pöbelei anzusehen sein. Der Vermieter musste den Mieter auch nicht vor der Kündigung des Mietverhältnisses abmahnen, da eine Abmahnung die schwerwiegende Zerstörung des Vertrauensverhältnisses nicht wieder herstellen konnte.

Mieter beleidigt Vermieter als Schwein - Fristlose Kündigung des Mietverhältnisses!


Ein Mieter wurde von seinem Vermieter zur Rede gestellt, weil er sich gegenüber anderen Mitmietern rassistisch geäußert haben soll. Am Ende der Unterredung betitulierte der Mieter den Vermieter als Schwein. Die daraufhin erfolgte fristlose Kündigung erfolgte zu Recht, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 411 C 8027/13). In der Beleidigung des Vermieters sein eine erhebliche Vertragverletzung durch den Mieter zu sehen. Zumal eine Entschuldigung des Mieters für seine Äußerungen ausblieb. Ganz im Gegenteil: In der Erwiderung der Räumungsklage habe der Mieter den Vermieter als Lügner bezeichnet. Es sei also nicht davon auszugehen, dass der Mieter sein Verhalten ändere. Dies wiederum sei dem Vermieter nicht zu zumuten. Der Vermieter habe daher das Recht das Mietverhältnis fristlos zu kündigen.

Doch aufgepasst: Trifft den Vermieter an der Auseinandersetzung eine Mitschuld, darf er das Mietverhältnis nicht kündigen!


Dies entschied der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VIII ZR 289/13) im Fall eines Vermieters, der der mehrfachen Aufforderung des Mieters dessen Wohnung zu verlassen nicht nachkam. Daraufhin packte der Mieter den Vermieter und trug ihn nach draußen. Der Vermieter kündigte so dann das Mietverhältnis. Zu Unrecht, entschied der Bundesgerichtshof. Der Vermieter habe das Hausrecht des Mieters verletzt und trage daher eine Mitschuld am Geschehen. Im Angesicht der gesamten Umstände des Falls stelle das Verhalten des Mieters auch keine gravierende Pflichtverletzung dar, die eine Kündigung des Mietverhältnisses rechtfertigen würde.



erstmals veröffentlicht am 28.05.2015, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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