anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Erbrecht , 23.04.2009 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Neue Erbschaftsteuer bringt hohe Belastungen bei entfernteren Verwandten

Am 01.01.2009 ist die Reform der Erbschaftsteuer in Kraft getreten. Während engste Familiengehörige wie Kinder und Enkel von der Reform begünstigt wurden, müssen insbesondere entferntere Verwandte, Familienfremde und Immobilienerben seitdem sehr viel tiefer in die Tasche greifen.

Am 01.01.2009 ist die Reform der Erbschaftsteuer in Kraft getreten. Während engste Familiengehörige wie Kinder und Enkel von der Reform begünstigt wurden, müssen insbesondere entferntere Verwandte, Familienfremde und Immobilienerben seitdem sehr viel tiefer in die Tasche greifen.

Ursache dafür sei die Tatsache, dass der Gesetzgeber die Steuersätze für alle entfernteren Verwandten sowie Familienfremde bei einer Erbschaft oder Schenkung seit diesem Zeitpunkt drastisch angehoben habe. Da bringe auch die Erhöhung der Freibeträge von 5.200 € bzw. 10.300 € auf nun jeweils 20.000 € nicht viel, da hiernach im Verhältnis zu vorher bei allen Erben der Steuerklasse II und III sofort ein Steuersatz von mindestens 30 % zur Anwendung komme. So sei z. B. eine Vererbung an einen Neffen im Wert von 300.000 € bis zum 31.12.2008 nur mit 49.249 € zu Buche geschlagen, seit dem 01.01.2009 seien es jedoch 84.000 €.

Betroffen seien:

Steuerklasse II:
• Geschwister
• Nichten und Neffen
• Schwiegereltern/Schwiegerkinder
• Stiefeltern
• geschiedener Ehegatte
• Eltern und Voreltern bei einer Schenkung

Steuerklasse III:
• alle übrigen Erwerber, d.h. insbesondere auch
• entferntere Verwandte als unter Steuerklasse II aufgeführt
• Nichtverwandte/Fremde
• Lebensgefährte (nichteheliche Lebensgemeinschaft)
• Lebenspartner (eingetragene Lebenspartnerschaft oberhalb des Freibetrages von 500.000 €)

Wer sein Vermögen seit dem 01.01.2009 an Personen der vorgenannten Steuerklassen vererben oder verschenken will, sollte zur Vermeidung einer hohen Steuerlast für die zukünftigen Erben oder Beschenkten, ggfs. mit diesen zusammen, vorab um eine steuerliche Beratung nachsuchen. Bei kleinerem Vermögen helfe u. a. die Übertragung von Vermögen zu Lebzeiten in Abständen von je 10 Jahren, die Steuerlast nach dem Erbfall zu verringern. Bei größerem Vermögen seien auch andere Gestaltungen denkbar, insbesondere wenn Immobilieneigentum zur Vererbung anstehe. Neben einer Adoption sei insbesondere auch die Gründung einer sog. Familiengesellschaft denkbar, deren Zweck das Halten, Verwalten und auch Vermieten einer Immobilie sei.


Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Erben & Vererben
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Erbrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8 / 5 (4 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Strafrecht 19.06.2017
Ehrlich währt am längsten - schon wer eine Fundsache für sich behält, kann sich der Unterschlagung schuldig machen. Überhaupt geschehen Unterschlagungen oft „einfach mal so“ und ohne planvolle Absicht. Trotzdem sind sie mit empfindlichen Strafen belegt.
06.06.2018
Im allgemeinen Sprachgebrauch verstehen die Begriffe Zivilrecht, Privatrecht und Bürgerliches Recht letztlich das Gleiche; sie werden häufig synonym gebraucht. Am besten zu verstehen ist die Bedeutung des Zivilrechts / Privatrechts, wenn man es im Zusammenspiel mit dem öffentlichen Recht betrachtet.
Expertentipp vom 13.05.2014 (972 mal gelesen)

Grundsätzlich gilt, dass jeder, der aus einer Erbschaft etwas erwirbt, der Erbschaftsteuer unterliegt. Allerdings kann neben persönlichen Freibeträgen zusätzlich ein Pflegefreibetrag gewährt werden. Dabei stellt sich die Frage, ob auch Verwandte in gerader Linie, also vor allem Kinder des Erblassers, die ihre Eltern gepflegt haben, den Freibetrag beanspruchen dürfen.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.0 / 5 (40 Bewertungen)
Expertentipp vom 30.10.2008 (117 mal gelesen)

Nach den Plänen der Bundesregierung zur Reform der Erbschaftsteuer, die nach den Vorgaben des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 31.01.2007 spätestens zum 31.12.2008 in Kraft zu treten hat, müssen entferntere Verwandte demnächst bei Erbschaften und Schenkungen deutlich tiefer als bisher in die Tasche greifen.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8 / 5 (5 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Erben & Vererben

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung