anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Arztrecht , 07.07.2015 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Gut zu wissen: Patienten haben ein Recht auf Zweitmeinung - gezahlt von der Krankenkasse

Wer hat es noch nicht erlebt? Der Arzt stellt eine Diagnose und man ist nicht sicher, ob diese alternativlos ist. Viele werden dann selbst aktiv und forschen im Internet oder haben bestenfalls Ärzte im Bekanntenkreis, die nun intensiv befragt werden - ohne Untersuchung. Die Wenigsten wissen, dass sie ein Recht auf eine bezahlte Zweitmeinung haben: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine ärztliche zweite Untersuchung bzw. Einschätzung.

Der Vorteil der Zweitmeinung: verschiedene Behandlungsmethoden werden besprochen


Eine zweite Meinung kann nicht nur bei der richtigen Diagnose einer Krankheit oder Verletzung wichtig sein, sondern ist vor allem von Bedeutung, wenn es um verschiedene Behandlungsmethoden geht. Häufig haben unterschiedliche Fachärzte auch verschiedene Vorlieben für bestimmte Anwendungs-Methoden. Außerdem können mehrere Ärzte auf vielfältigere Erfahrungen zurückblicken. Hier findet die altbekannte Redewendung wieder Bestätigung: Vier Augen sehen mehr als zwei.

Besserer Überblick über Risiken und Heilungschancen


Auch ist die Aufklärung über die Chancen und Risiken einer Operation oder einer medikamentösen Behandlung meist genauer und detailreicher, wenn sie von zwei Spezialisten durchgeführt wird. Somit kann der Patient besser einschätzen, ob er diese Risiken in Relation zu den Heilungschancen wirklich in Kauf nehmen möchte. Die Frage nach alternativen Behandlungsmethoden wird häufig gestellt. Die Einbeziehung eines zweiten Arztes auf Krankenkassenkosten kommt hingegen seltener vor - aus Unwissenheit der Kassenpatienten, die nicht wissen, dass sie auf Kosten ihrer Krankenkasse die Zweitmeinung einholen dürfen.

Zweitberatung verringert Unsicherheit über Behandlungsempfehlung


Häufig ist der Patient mit der Einschätzung der Chancen und Risiken der vom Arzt empfohlenen Behandlung überfordert, wie auch regelmäßig der Wunsch besteht, unnötige Behandlungen zu vermeiden.
Die Einholung einer Zweitmeinung führt regelmäßig dazu, diese Unsicherheiten zu beseitigen und stärkt zugleich das Vertrauen zum behandelnden Arzt. Somit sollte der Patient von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, um sicherer in der Einschätzung der Diagnose und besten Behandlungsmethode zu werden. Und er sollte mögliche Behandlungsalternativen kennen, bevor er sich für eine entscheidet. Denn je größer das Vertrauen in die vorgeschlagene Behandlung, umso besser ist regelmäßig auch die Mitarbeit des Patienten auf dem Weg zur Gesundung.

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Gesundheit & Arzthaftung
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Arztrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.0 / 5 (33 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Arzthaftungsrecht 14.11.2016
Ein Arzt haftet, wenn er seinen Patienten nicht mit der gebotenen Sorgfalt und nach den Regeln der aktuellen ärztlichen Kunst behandelt. Wenn der Patient als Folge daraus einen Schaden erleidet, kann er den Arzt verklagen. Neben eines Prozesses ist auch eine außergerichtliche Schlichtung möglich.
17.09.2015
Das Arztrecht fasst Themen zusammen, die einerseits das Arzt-Patientenverhältnis betreffen, andererseits beschäftigt es sich aber auch mit dem ärztlichen Berufs- und Standesrecht, Fragen der Prüfung, Ausbildung, Weiterbildung etc.
Expertentipp vom 19.03.2016 (1182 mal gelesen)

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (BGH) hat am 01.03.2016 eine Entscheidung veröffentlicht, die Ärzte aufhorchen lassen sollte: Die Richter des höchsten deutschen Zivilgerichts urteilten, dass die Betreiber von Bewertungsportalen (im konkreten Fall www.jameda.de) sorgfältig prüfen müssen, ob die einen Arzt bewertende, anonyme Person tatsächlich bei diesem in Behandlung war. Kommt das Portal dieser Anforderung nicht nach, so kann der Arzt die Löschung der negativen Bewertung verlangen (Az.: VI ZR 34/15).

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.2 / 5 (75 Bewertungen)
Kosten für die Schönheits-OP - In diesen Fällen haftet der Arzt! © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Expertentipp vom 06.04.2017 (1094 mal gelesen)

Hierzulande werden jährlich zirka eine halbe Million Schönheits-Operationen durchgeführt. Und Brustvergrößerung, schlanke Beine oder ein straffer Po gelingen in den meisten Fällen auch. Kommt es aber zu Komplikationen, muss möglicherweise der Arzt haften.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.138461538461539 / 5 (65 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Gesundheit & Arzthaftung

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung