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Kategorie: Anwalt Arztrecht , 12.05.2009 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Patientenquittung für mehr Transparenz im Arztgeschäft

Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung Patientenquittung? Mancher denkt, dass dies die Quittung ist, die man vierteljährlich beim Arztbesuch für die Zahlung der Praxisgebühr erhält.

Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung Patientenquittung? Mancher denkt, dass dies die Quittung ist, die man vierteljährlich beim Arztbesuch für die Zahlung der Praxisgebühr erhält. "Bei der Patientenquittung handelt es sich aber vielmehr um einen schriftlichen Beleg für die Leistungen und voraussichtlichen Kosten des Arztes, die für eine Behandlung an einem Tag oder im Zeitraum von einem Quartal entstehen", klärt Marion Schmidt, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen auf. Das hat für den Patienten den Vorteil, dass er genau weiß, was die Behandlung gekostet und welche Beträge der Arzt gegenüber der Krankenkasse abgerechnet hat.

Sowohl im ärztlichen als auch im zahnärztlichen Bereich kann der Versicherte zwischen einer Patientenquittung, die er direkt im Anschluss an die Behandlung erhält, die so genannte Tagesquittung, oder einer quartalsweisen Patientenquittung wählen. Im letzteren Fall ist der Beleg innerhalb von vier Wochen nach Quartalsende zuzusenden. Die Patientenquittung ist auf Verlangen des Versicherten auszustellen. "Es wird aber weder eine Rechnung ausgestellt noch eine Zahlung des Patienten quittiert", informiert Schmidt. "Insofern ist der Begriff doch etwas irreführend".
Bei der Patientenquittung geht es um die Transparenz der Leistungen des Arztes und der dazugehörigen Kosten. "Der Patient soll wissen, welche Leistungen erbracht wurden und wie viel sie gekostet haben", ermuntert Schmidt die Patienten, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen. Schließlich erhält man bei der Erbringung beispielsweise von Handwerkerleistungen auch eine Rechnung, in der die Leistungen im einzelnen und deren Kosten nachzuvollziehen sind.

"Das Ausstellen der quartalsweisen Patientenquittung ist aber nicht ganz kostenlos", sagt Schmidt. So sind 1 Euro durch den Versicherten als Aufwandspauschale zuzüglich eventueller Versandkosten an den Arzt zu zahlen.

Bei stationärer Behandlung im Krankenhaus werden in der Regel die Versicherten schriftlich auf die Patientenquittung hingewiesen. Sie ist kostenlos und kann am Entlassungstag übergeben oder per Post vier Wochen nach der Entlassung zugestellt werden. Die Patientenquittung sollte dabei neben dem Aufnahme- und dem Entlassungstag Angaben zu Art und Höhe der in Rechnung gestellten Entgelte gegenüber der Krankenkasse, außerdem die Hauptdiagnose und den Zuzahlungsbetrag für den Versicherten enthalten. Auch für ambulante Behandlungen im Krankenhaus sind Patientenquittungen auf Verlangen des Versicherten auszustellen.


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