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Arbeitsrecht , 15.05.2017

Resturlaub - Was tun bei Kündigung, Krankheit oder im neuen Jahr?

Resturlaub - Was tun bei Kündigung, Krankheit oder im neuen Jahr? © mko - topopt

Alle Jahre wieder ersticken viele Arbeitnehmer in Arbeit und an Urlaub ist gar nicht zu denken. Was passiert mit restlichen Urlaubstagen im neuen Jahr, nach der Kündigung oder wenn man im Urlaub krank wird? Und wann ist die Auszahlung möglich?

Viele Arbeitnehmer sind in ihrem Arbeitsvertrag mit reichlich Urlaub gesegnet. Ein Übermaß an Arbeit oder eine längere Krankheit kann dazu führen, dass am Jahresende oder nach einer Kündigung noch ein Rest übrig ist. Dieser Resturlaub soll logischerweise nicht verfallen. Welche Dinge müssen jetzt Angestellte beachten?

Was bedeuten Resturlaub und Urlaubsanspruch?


Der gesetzliche Mindestanspruch beträgt bei einer fünf-Tage-Woche 24 Tage, viele Arbeitgeber gewähren jedoch weit mehr Urlaub. Der Arbeitnehmer hat grundsätzlich das Recht auf Urlaub und muss diesen im Normalfall auch während des aktuellen Kalenderjahres nehmen. Allerdings darf der Arbeitgeber einen Urlaubsantrag aus dringlichen, betrieblichen Belangen aussetzen bzw. verschieben oder den Urlaubsantrag von Kollegen aus sozialen Gesichtspunkten bevorzugen.

Wann darf man Resturlaub im neuen Jahr nehmen?


Gibt es rechtmäßige Gründe dafür, dass ein Arbeitnehmer im Kalenderjahr seinen Urlaub nicht vollständig in Anspruch nehmen kann, darf dieser ins Folgejahr übertragen werden. Rechtmäßige Gründe sind entweder persönlicher oder betrieblicher Natur, z.B. eine Krankheit, nachweisbar zu viel Arbeit oder eine Urlaubssperre aufgrund einer drohenden Insolvenz o.ä.. Gemäß des Bundesurlaubsgesetzes muss der Resturlaub in diesem Fall in den ersten drei Monaten des Folgejahres genommen werden. Bei einer Erkrankung kann sich der Anspruchszeitraum noch ausdehnen.

Wann kann Resturlaub als Urlaubsabgeltung ausbezahlt werden?


Handelt es sich um ein unbefristetes Arbeitsverhältnis darf der restliche Urlaubsanspruch nicht ausbezahlt werden. Denn Urlaub soll der Erholung dienen und keine zusätzliche Einkommensquelle darstellen. Die Ausnahme ist dann gegeben, wenn das Arbeitsverhältnis durch Kündigung beendet wird und der Urlaub nicht mehr genommen werden kann. Der Anspruch auf Auszahlung wird mit dem Ausscheidungsdatum fällig.

Tipps für die Übertragung von Resturlaub


Bitten Sie als Angestellter Ihren Arbeitgeber, Ihnen die Übertragung des Resturlaubs schriftlich zu bestätigen. Denn im Zweifelsfall liegt es an Ihnen, den noch bestehenden Anspruch nachzuweisen. Versuchen Sie dann den übertragenen Urlaub bis zum 31. März des Folgejahres zu nehmen. Scheiden Sie aus dem Betrieb aus, fixieren Sie die getroffene Regelung bezüglich Ihres Urlaubsanspruches ebenfalls schriftlich.

Urlaubsabgeltung ohne Kündigung


Hat ein Mitarbeiter derart viel Urlaub angehäuft, dass dieser quasi nicht mehr abgebaut werden kann, könnte ein Arbeitgeber auch über eine Sonderlösung nachdenken. Dazu sollten Sie unbedingt die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Rechtens ist die Ausbezahlung von Urlaub bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis nicht. Denn durch das Ausbezahlen ist der Urlaub nicht abgegolten. Der Arbeitnehmer könnte den Urlaubsanspruch als Urlaub also nochmals einfordern - und hätte vor Gericht gute Chancen. Ein Anwalt für Arbeitsrecht kann Ihnen im Zweifelsfall helfen, die richtige Lösung zu finden.

erstmals veröffentlicht am 14.12.2016, letzte Aktualisierung am 15.05.2017

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