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Verkehrsrecht , 05.09.2013

Rotlichtverstoß- Bußgeld und Punkte drohen!

Wer bei Rot über eine Ampel fährt gefährdet den Straßenverkehr erheblich und muss in jedem Fall mit einem saftigen Bußgeld und Punkten in Flensburg rechnen. Geklärt werden muss aber in jedem Fall, ob tatsächlich überhaupt ein Rotlichtverstoß vom Autofahrer begangen wurde.

Wer bei Rot über eine Ampel fährt gefährdet den Straßenverkehr erheblich und muss in jedem Fall mit einem saftigen Bußgeld und Punkten in Flensburg rechnen. Geklärt werden muss aber in jedem Fall, ob tatsächlich überhaupt ein Rotlichtverstoß vom Autofahrer begangen wurde.

Kein Rotlichtverstoß bei Tankstellenumfahrung
Nach einer aktuelle Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (Aktenzeichen 1 RBs 98/13) begeht ein Autofahrer keinen Rotlichtverstoß, wenn er eine rote Ampel über einen nicht durch die Lichtzeichenanlage geschützten Bereich – hier ein Tankstellengelände – umfährt.
Das Gericht stellte in seiner Entscheidung klar: Das Umfahren einer Lichtzeichenanlage könne zwar einen Rotlichtverstoß darstellen. Das Rotlicht verbiete aber nicht, vor der Ampelanlage abzubiegen und über eine reguläre Zufahrt einen nicht durch die Lichtzeichenanlage geschützten Bereich zu befahren, etwa auf einen Parkplatz oder ein Tankstellengelände einzufahren. Von diesem Bereich dürfe man dann auch auf den hinter der Lichtzeichenanlage gelegenen Verkehrsraum einfahren. Auch wenn dieser noch durch die Anlage geschützt sei, liege kein Rotlichtverstoß des Betroffenen vor, weil das Rotlicht nur für den Verkehrsteilnehmer gelte, der es - in seiner Fahrtrichtung gesehen - vor sich habe.

Rotlichtverstoß: Ähnlichkeit mit eineiigem Zwillingsbruder schützt nicht vor Verwaltungsgebühr
Die Unmöglichkeit der Fahrerfeststellung wegen großer Ähnlichkeit mit eineiigem Zwillings-bruder darf zum Anlass für gebührenpflichtige Androhung einer Fahrtenbuchauflage im Wieder¬holungsfall genommen worden. Dies entschied das Oberverwaltungsgericht Rhein-land-Pfalz (Aktenzeichen 7 B 11420/06.OVG) in Koblenz.

Rotlichtverstoß trotz blendender Sonne
Ein Autofahrer, der eine Ampel aufgrund der blendenden Sonne nicht genau erkennen kann, darf nicht einfach losfahren. Fährt er über rot, stellt dies nach einer Entscheidung des Amtsgerichts München (Aktenzeichen 345 C 12275/05) einen Rotlichtverstoß dar.

Bußgeld und Strafen beim Rotlichtverstoß
Bei einem einfachen Rotlichtverstoß gilt: ist er kürzer als eine Sekunde muss der Autofahrer mit 90 Euro Bußgeld und 3 Punkten in Flensburg rechnen. Kommt noch eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer dazu werden 200 Euro und 4 Punkte fällig und zusätzlich gibt es einen Monat Fahrverbot. Wurde aufgrund des Rotlichtverstoßes eine Sachbeschädigung begangen muss der Autofahrer 240 Euro berappen, erhält 4 Punkte und auch einen Monat Fahrverbot.

Anders sieht es schon bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß aus. Dauert dieser länger als eine Sekunde sind sofort 200 Euro fällig, 4 Punkte und einen Monat Fahrverbot. Kommt eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer hinzu steigt das Bußgeld auf 320 Euro, 4 Punkte und einem Monat Fahrverbot. Mit Sachbeschädigung ist der Autofahrer dann bei 360 Euro, 4 Punkten und einem Monat Fahrverbot.
Tipp der Redaktion: Wird einem Autofahrer ein Rotlichtverstoß vorgeworfen und ergeht ein Bußgeldbescheid, sollte ein Rechtsanwalt seine rechtlichen Interessen vertreten. Er kann Akteneinsicht nehmen und ihn über ihre rechtlichen Möglichkeiten gegen den Bußgeldbescheid vorzugehen umfassend aufklären.


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Wer eine rote Ampel "umfährt" indem er über eine angrenzende Tankstelle "abkürzt", muss nicht um seinen Führerschein bangen! Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm entschied rechtskräftig, dass eine solche Aktion nicht als Rotlichtverstoß zu werten sei (Az.: 1 RBs 98/13). Eine Verfolgung durch die Ordnungsbehörden muss also nicht mehr befürchtet werden!

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