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Kategorie: Anwalt Strafrecht , 13.09.2007 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Sprühende Fantasie - Graffiti-Sprayern droht doppelte Strafe

Mit 16 rumgeschmiert - mit 46 der Geschmierte? Graffiti sind kein Kavaliersdelikt: Sprayer haften 30 Jahre lang für die durch sie verursachten Verschmutzungen an Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mit 16 rumgeschmiert - mit 46 der Geschmierte? Graffiti sind kein Kavaliersdelikt: Sprayer haften 30 Jahre lang für die durch sie verursachten Verschmutzungen an Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln. Und die betragen nach Angaben des Deutschen Städtetags pro Jahr insgesamt rund 200 Millionen Euro. Abgesehen vom Sachschaden, der im Einzelfall leicht mehrere tausend Euro betragen und vom Geschädigten zivilrechtlich geltend gemacht werden kann, machen sich Sprüher auch strafbar. So droht den meist jungen "Künstlern" gleich eine doppelte Strafe.

Mit einer bundesweiten Vorbeugungskampagne ergänzt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes die Ermittlungsarbeit gegen illegale Sprayer. Ziel ist es, den Respekt vor fremdem Eigentum zu fördern und den Schutz vor illegalen Graffiti zu verstärken. Mit zielgruppenspezifischen Medien will die Polizei alle Beteiligten erreichen: Ein Merkblatt klärt Opfer über die rechtliche Situation auf und gibt Ratschläge, um den Farbschmierereien vorzubeugen. Mit dem Faltblatt "Sprühende Fantasie kann teuer werden!" erhalten Eltern Tipps, um das Sozialverhalten ihrer Kinder zu fördern. Für Jugendliche hält die Polizei eine vom Karikaturisten Jürgen Tomicek gestaltete Postkarte bereit. Das Motiv, eine farbklecksende Spraydose, fordert sie auf, sich mit einem Klick ins Internet auf www.time4teen.de intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Mit der Kampagne setzt die Polizei auf Information und Abschreckung. So soll in erster Linie das Unrechtsbewusstsein der jungen Sprayer geschärft werden.

Gefragt sind bei der Präventionsarbeit auch die Eltern minderjähriger Graffiti-Sprayer. Denn das illegale Vergnügen ihrer Sprösslinge führt für sie nicht selten zum teuren Erwachen. Bestenfalls erkennen sie die Gefahr deshalb bereits im Vorfeld - Indizien für ein Interesse des Jugendlichen können etwa gesammelte Entwürfe oder Fotos von Graffitis sowie Sprühdosen oder Edding-Stifte in Rucksäcken sein. Im Faltblatt "Sprühende Fantasie kann teuer werden!" finden Eltern Informationen über die Graffiti-Szene und Ratschläge, wie sie ihr Kind vor illegalem Sprayen bewahren können.


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