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Steuerrecht , 15.03.2017

Steuer oder Versicherung: Bei der Schadensregulierung müssen Sie sich entscheiden!

Steuer oder Versicherung: Bei der Schadensregulierung müssen Sie sich entscheiden! © mko - topopt

Rechnungen für so genannte haushaltsnahe Dienstleistungen können die Steuerlast bis zu 1.200 Euro pro Jahr vermindern. Regelmäßig kommt es zum Streit darüber, ob die Schadensregulierung über eine Versicherung den Steuervorteil ersetzt oder beides möglich ist.

Neben Reinigungsarbeiten sind mit haushaltsnahen Dienstleistungen insbesondere Handwerkerleistungen für die Erhaltung, Renovierung oder Modernisierung von Immobilien gemeint. Bei der Steuer können diese Rechnungen das zu versteuernde Einkommen um bis zu 1.200 Euor pro Jahr vermindern. Was passiert aber, wenn die Versicherung den Schaden bereits reguliert hat? Erhält man den Steuervorteil dann zusätzlich?

Kosten für Beseitigung eines Wasserschadens von Versicherung und der Steuer möglich?


Das Finanzgericht Münster (Aktenzeichen 13 K 136/15 E) entschied dies im Fall einer Steuerzahlerin, die für die Beseitigung eines Wasserschadens Handwerkerleistungen in Höhe von rund 3.200 Euro in Anspruch genommen hatte. Diese Kosten setzte sie bei ihrer Einkommenssteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen an und begehrte eine entsprechende Steuerermäßigung. Das Finanzamt lehnt dies ab, da die Frau von ihrer Versicherungen den Schaden erstattet bekommen hat.

Steuerermäßigung nur möglich ohne Schadensregulierung durch die Versicherung!


Dem pflichtete das Finanzgericht Münster bei. Eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen setzt demnach eine wirtschaftliche Belastung des Steuerpflichtigen voraus. An dieser fehlt es laut Gericht aber regelmäßig, wenn eine Versicherung eine Schadensregulierung vorgenommen hat. Auch die gezahlten Versicherungsbeiträge sind nicht als wirtschaftliche Belastung anzuerkennen, da damit schließlich die Versicherungsleistung angespart wird, so die Münsteraner Richter.

erstmals veröffentlicht am 29.07.2016, letzte Aktualisierung am 15.03.2017

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