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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 24.09.2018 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Streitpunkt: Wohnflächenberechnung einer Mietwohnung

Streitpunkt: Wohnflächenberechnung einer Mietwohnung © mko - topopt

Bei der Berechnung der Wohnfläche einer Mietwohnung gibt es immer wieder Ärger zwischen Mieter und Vermieter, da die Wohnfläche meist ausschlaggebend für die Höhe der Miete ist. Auch wenn die tatsächliche Wohnungsgröße kleiner als im Mietvertrag ist, gibt es unter Umständen kein Geld zurück. Jetzt hat ein Gericht entschieden, dass Mieter und Vermieter aber vertraglich vereinbaren dürfen, welche Räume zur Wohnfläche gehören.

Wohnflächenberechnung darf im Mietvertrag vereinbart werden


Vermieter und Mieter können im Mietvertrag vereinbaren, welche Räume für die Wohnflächenberechnung maßgeblich sein sollen. Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 411 C 19356/17) und stellte klar, dass auch Räume (hier ein Hobbyraum und unbeheiztes Dachgeschoss), die nicht zu Wohnzwecken dienen, für die Berechnung der Wohnfläche eingebunden werden können.

Das Gericht führte in seiner Entscheidung aus, dass der Begriff Wohnfläche nicht allgemeingültig definiert sei. Da dürften die Parteien eines Mietvertrags frei alle denkbaren Berechnungsmaßstäbe vereinbaren. Dies betreffe sowohl die Methode der Berechnung wie auch die miteinzubeziehenden Räume. Ob die Räume als Wohnräume genutzt würden, sei dabei unerheblich.

Wohnungsgröße kleiner als im Mietvertrag- Kein Geld zurück!


Wer einen Mietvertrag abschließt sollte auch hinsichtlich der Wohnungsgröße ganz genau hinschauen. Ist die Wohnung tatsächlich kleiner als Mietvertrag angegeben, erhält der Mieter die zu viel gezahlte Miete möglicherweise nicht mehr vom Vermieter zurück!
Enthält der Mietvertrag nämlich keine Angaben zur Wohnungsgröße, ist das ein wichtiges Indiz dafür, dass der Vermieter keine verbindlichen Zusagen hinsichtlich der Wohnungsgröße machen will. Es müssen dann besondere Umstände vorliegen, wenn daneben eine konkludente Vereinbarung über die Wohnungsgröße zustande gekommen sein soll, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 424 C 10773/13).

Grundsätzlich hat ein Mieter einen Anspruch auf Rückzahlung zu viel gezahlter Miete, wenn die tatsächliche Wohnfläche von der vertraglich vereinbarten Wohnfläche um mehr als 10 Prozent nach unten abweicht, da dann ein zur Minderung führender Mangel gegeben ist. Voraussetzung ist aber, dass zwischen den Mietvertragsparteien eine Vereinbarung über die Größe der Wohnung zustande gekommen ist. Hierfür reicht nicht, dass eine bestimmte Wohnungsgröße in einer Annonce des Maklers angegeben wird. Wenn im Mietvertrag keine Wohnungsgröße angegeben ist, müssen besondere Umstände hinzukommen, die darauf schließen lassen, dass die Parteien eine Vereinbarung über die Wohnungsgröße treffen wollten. Allein die Angaben des Maklers, dass die Wohnung mindestens die in seinem Inserat ausgewiesene Größe aufweise, ist keine der Vermieterseite zurechenbare Äußerung im Hinblick auf die Vereinbarung einer bestimmten Wohnungsgröße.


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