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Erbrecht , 13.08.2012

Tipps für die ersten Schritte in die Erbschaft

Der Erbfall kommt manchmal so überraschend wie der Todesfall. Viele Menschen wissen in dieser emotional schwierigen Situation nicht was auf sie zu kommt und was im Hinblick auf das Vermögen des Verstorbenen zu tun ist. Wir geben Ihnen Tipps für die ersten Schritte zur Erbschaft.

Der Erbfall kommt manchmal so überraschend wie der Todesfall. Viele Menschen wissen in dieser emotional schwierigen Situation nicht was auf sie zu kommt und was im Hinblick auf das Vermögen des Verstorbenen zu tun ist. Wir geben Ihnen Tipps für die ersten Schritte zur Erbschaft.

Die Person, die Zugang zur Wohnung des Erblassers hat, sollte diese unverzüglich nach einem oder mehreren Testamenten durchsuchen. Falls ein Testament gefunden wird, muss dieses unverzüglich beim zuständigen Nachlassgericht abgegeben werden. Zuständiges Nachlassgericht ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser zuletzt seinen Wohnsitz hatte.

Tipp: Wer ein Testament findet und es nicht abgibt, macht sich strafbar und setzt sich möglicherweise Schadensersatzansprüchen der Erben aus.

Beim Nachlassgericht wird dann ein Termin zur Testamentseröffnung bestimmt, zu dem alle mutmaßlichen gesetzlichen Erben eingeladen werden. Der Inhalt des Testamentes wird den Anwesenden in diesem Termin mitgeteilt. Im Rahmen dieser Testamentseröffnung kann das Testament auf Verlangen eingesehen werden, oder es können auch beglaubigte Abschrift des Testaments ausgehändigt werden.
Wer im Testament nicht bedacht wurde, sich aber für einen Erben hält, kann unter bestimmten Voraussetzungen das Testament anfechten. Diese Voraussetzungen sind entweder, dass ein Pflichtteilsberechtigter übergangen wurde, dass das Testament irrtümlich oder unter Drohung erstellt wurde oder die Ehe des Erben mittlerweile aufgelöst ist. Die Anfechtung muss gegenüber dem Nachlassgericht erklärt werden. Anfechtungsberechtigt ist nur derjenige, der aus der Unwirksamkeit des Testaments einen Vorteil ziehen würde. Die Anfechtungsfrist beträgt ein Jahr ab Kenntnis vom Anfechtungsgrund.

Tipp: Wird kein Testament gefunden, so tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Sobald man die Gewissheit hat als gesetzlicher oder testamentarischer Erbe in Betracht zu kommen, sollte man sich zunächst einen Überblick über die wirtschaftliche Situation des Erblassers verschaffen. Daraus ergibt sich dann, ob man die Erbschaft annehmen oder besser ausschlagen sollte.
Ist der Nachlass überschuldet, empfiehlt es sich die Erbschaft auszuschlagen, da der Erbe auch für die Schulden des Erblassers mit dem eigenen Vermögen einsteht. Insoweit haftet der Erbe uneingeschränkt. Im Falle der Erbausschlag muss dies dem zuständigen Nachlassgericht binnen sechs Wochen nach Kenntnisnahme von der Erbschaft mitgeteilt werden.

Tipp: Ist der Erbfall eingetreten, so kann falsches Verhalten der „Erben“ erhebliche wirtschaftliche Folgen für deren zukünftiges Leben haben. Es erscheint daher ratsam im Erbfall einen Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Erbrecht zu konsultieren.



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