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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 21.11.2018 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Umgangsrecht: Kindeswille ist nicht alleine ausschlaggebend

Umgangsrecht: Kindeswille ist nicht alleine ausschlaggebend © detailblick-foto - Fotolia

Hat ein Familiengericht eine Umgangsregelung für den Aufenthalt eines Kindes nach der Trennung der Eltern getroffen, müssen triftige Gründe im Hinblick auf das Wohl des Kindes vorliegen, damit diese Regelung nachträglich geändert wird. Der Kindeswille ist dabei nur ein Aspekt zur Ermittlung des Kindeswohls.

Vater will Umgangsregelungen ändern


Dies entschied das Oberlandesgericht Frankfurt/Main (Aktenzeichen 1 UF 74/18) im Fall einer fünfköpfigen Familie, bei der sich die Eltern trennten und der Mutter im Rahmen eines Sorgerechtsverfahrens das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre drei Kinder zugesprochen wurde. Der Vater beantragte zwei Jahre später, ihm das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu übertragen. Die Kinder sprachen sich zu diesem Zeitpunkt auch für einen Aufenthalt beim Vater aus.

Kindeswille ist nur ein Aspekt bei Kindeswohl


Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main lehnte eine Änderung der getroffenen Umgangsregel ab. Es gebe keine triftigen Gründe zum Wohl der Kinder, warum vom paritätischen Wechselmodell auf ein Residenzmodell gewechselt werden sollte. Kriterien zur Ermittlung des Kindeswohls seien die Eignung der Eltern zur Erziehung der Kinder, die Bindung der Kinder an die Eltern, die Bindungstoleranz, Förderungs- und Kontinuitätsprinzipien sowie der Kindeswille. Beim Kindeswille spielten zunehmendes Alter und Einsichtsfähigkeit eine große Rolle, am wichtigsten sei allerdings die Autonomie des Kindeswillen.

Hier sei man nach Anhörung eines Sachverständigen zu der Auffassung gekommen, dass der Kindeswille nicht autonom von den Kindern gebildet, sondern stark vom Vater beeinflusst wurde. Die Kinder betrachteten bei ihrer Entscheidung hauptsächlich die Vorzüge, wenn sie bei ihrem Vater in einem Haus lebten, mit der Möglichkeit Haustiere zu besitzen und im Garten spielen zu können. Dies reiche für eine Änderung der Umgangsregelung nicht aus.

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