anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Reiserecht , 18.03.2013 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Unfälle auf dem Spielplatz oder im Freizeitpark- wer haftet?

Leider kommt es auf Spielplätzen oder in Freitzeitparks immer wieder zu Unfällen, weil Spielgeräte nicht ordnungsgemäß gewartet werden. Wer muss für die Folgen eines Unfalls haften?

Leider kommt es auf Spielplätzen oder in Freitzeitparks immer wieder zu Unfällen, weil Spielgeräte nicht ordnungsgemäß gewartet werden. Wer muss für die Folgen eines Unfalls haften?

Ist ein Fußballtor auf einem öffentlichen Spiel- und Sportplatz nicht richtig fest im Boden verankert, haftet die Gemeinde bei Unfällen auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Sie hat als Betreiberin die Pflicht, die Fußballtore hinreichend gegen Umfallen zu sichern. Dies geht aus einer Entscheidung des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (Aktenzeichen 11 U 71/10) hervor, welches einem verletzten Mädchen aus diesem Grund Schadensersatz und Schmerzensgeld zu sprach. Das dreijährige Mädchen war auf einem Spiel- und Sportplatz einer Gemeinde verletzt worden, als ihr älterer Bruder sich an die Torlatte hing und das Fußballtor umkippt. Jugendliche hatten regelmäßig die Kippsicherungen der mobilen Fußballtore aus dem Erdreich entfernt, um die Tore zu versetzen. Die Gemeinde reagierte darauf indem sie zusätzliche spiralförmige Sicherungen angebracht, bei denen sich jedoch sofort herausstellte, dass diese auch von den Jugendlichen entfernt wurden. Nach dem Unfall verankerte die Gemeinde die Fußballtore dauerhaft im Erdreich durch eine Betonschüttung. Das Gericht verurteilte die Gemeinde im folgenden Rechtsstreit auf Schadensersatz und Schmerzensgelt, da diese ihre Verkehrssicherungspflichten schuldhaft verletzt habe, weil sie das Tor nicht ausreichend dauerhaft gegen Umkippen gesichert hat. Es sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass Maßnahmen, die nach dem Unfall ergriffen wurden, nicht auch vor dem Unfall hätten umgesetzt werden können, so das Gericht.

Eine Kinderhüpfburg in einem Freizeitpark muss von dem Betreiber regelmäßig auf ihre hinreichende Luftfüllung überwacht werden. Insbesondere ist sicherzustellen, dass die Luftfüllung ausreicht, um beim Hüpfen, Besteigen und Verlassen nicht auf dem Boden unter dem Spielgerät aufzuschlagen. Auch das Gewicht eines Erwachsenen muss die Hüpfburg sicher tragen. Dies geht aus einer aktuellen Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz (Aktenzeichen 5 U 1054/12) hervor. Im zugrundeliegenden Fall betrat eine Erzieherin eine Kinderhüpfburg um die Kinder zu fotografiern. Beim Verlassen der Hüpfburg stürzte sie und zog sich schwere Knieverletzungen zu. Sie verklagte den Freizeitparkbetreiber daraufhin auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.
Zu Unrecht, wie der Oberlandesgericht Koblenz in seinem Urteil entschied. Die Frau konnte nicht hinreichend beweisen, dass zum Zeitpunkt des Sturzes zu wenig Luft in der Hüpfburg war. Sie habe die Hüpfburg problemlos betreten können. Zu diesem Zeitpunkt müsse die Hüpfburg jedenfalls noch ausreichend mit Luft versorgt gewesen. Zudem hätten zahllose weitere Besucherinnen und Besucher am Unfalltag das Luftschiff problemlos betreten und verlassen. Eine zu geringe Luftfüllung sei auch weder den anderen Erzieherinnen noch den 37 Kindern aufgefallen. Daher sei auch nicht erkennbar, dass eine intensivere Kontrolle durch die Beklagte den Unfall hätte verhindern können, so die Koblenzer Richter.


Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Reise & Freizeit
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Reiserecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.0 / 5 (88 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Sozialrecht 16.09.2015
Ein Arbeitsunfall ist ein Unfall, der sich bei der Arbeit ereignet. Das hört sich einfach und klar an. Ist es jedoch nicht, denn nicht jeder Unfall am Arbeitsplatz ist ein Arbeitsunfall.
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht 12.05.2016
Wird uns eine Straftat vorgeworfen, beauftragen wir ohne mit der Wimper zu zucken einen Anwalt. Wieso sparen wir uns diesen gerne, wenn es um einen Unfall geht? Und das obwohl so viele Argumente dafür sprechen, mit einem Anwalt für Waffengleichheit zu sorgen.
Unfallflucht – Kein Kavaliersdelikt! © freepik - mko
Expertentipp vom 15.11.2019 (50 mal gelesen)

Was ist Unfallflucht? Wie lange muss man am Unfallort warten? Müssen Unfallzeugen auch am Unfallort warten? Welche Folgen hat eine Unfallflucht? Wie kann man eine Anzeige wegen Unfallflucht vermeiden? Unsere Checkliste klärt Schritt für Schritt Ihre Fragen zum Thema Unfallflucht – garantiert aktuell, kompetent und verständlich! (Checkliste Unfallflucht)

Expertentipp vom 01.04.2015 (1263 mal gelesen)

Radwege sind nach der StVO (Zeichen 237) den Fahrradfahrern vorbehalten, im Zweifel haben Fahrräder dort Vorfahrt: "anderer Verkehr darf ihn (den Radweg) nicht benutzen" heißt es im Gesetz. Kollidiert ein Radfahrer allerdings auf einem Radweg in unmittelbarer Nähe einer Bushaltestelle mit einem Fußgänger, so kann dem Radfahrer ein überwiegendes Mitverschulden an dem Unfall angerechnet werden.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.9 / 5 (59 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Reise & Freizeit

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung