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Familienrecht , 31.01.2017

Vaterschaftstest nach Sex an Karneval?

Vaterschaftstest nach Sex an Karneval? © petunyia - Fotolia

An den tollen Karnevalstagen geht es auch schon mal übers Schunkeln und Küssen hinaus. Entsteht beim Karnevals-Sex ungewollt ein Kind, ist nach Aschermittwoch längst nicht alles vorbei: Der vermeintliche Vater kann die Vaterschaft anfechten- dieses Recht steht im Übrigen auch der Mutter und dem Kind zu.

Gericht kann Vaterschaftstest anordnen


Streitet ein in Frage kommender Vater die Vaterschaft für ein Kind ab, kann gerichtlich ein Vaterschaftstest angeordnet werden. Diesem Vaterschaftstest muss sich der Mann auch unterziehen. In der Regel erfolgt der Vaterschaftstest anhand einer Speichelprobe.

Mit welchen Folgen müssen die Beteiligten rechnen?


Kommt ein Kind während einer Ehe zur Welt, gilt das Kind zunächst einmal als Kind des Ehemannes. Das gilt auch für „Karnevals-Kinder“. Der Ehemann kann aber, wenn er Zweifel an seiner Vaterschaft hat, diese anfechten. Das Recht die Vaterschaft anzufechten steht im Übrigen auch der Ehefrau zu sowie dem volljährigen Kind.
Kinder, die von einer ehelosen Mutter geboren werden, haben zunächst keinen Vater. Mit Zustimmung der Mutter kann der leibliche Vater aber seine Vaterschaft anerkennen lassen. Verweigert die Mutter die Zustimmung, bleibt dem leiblichen Vater hier auch nur der Weg über den gerichtlich angeordneten Vaterschaftstest.

So gehen Sie bei einer Vaterschaftsanfechtung vor


Wer die Vaterschaft gerichtlich anfechten möchte, muss Beweise bringen. Das kann ein negativer Vaterschaftstest sein, oder eine ärztliche Bescheinigung über eine Zeugungsunfähigkeit, oder der Nachweis, dass man sich zum Zeugungszeitpunkt räumlich gar nicht in der Nähe der Frau aufhielt.

Zudem muss die Anfechtungsfrist von zwei Jahren, gerechnet von dem Zeitpunkt aus, ab dem der Betroffene Kenntnisse hatte, die gegen eine Vaterschaft sprechen. Bei Kindern beginnt die Anfechtungsfrist mit dem Erlangen der Volljährigkeit.

Wichtig zu wissen: Der Vaterschaftstest darf nicht heimlich gemacht werden. Wer ohne das Einverständnis des Betroffenen einen Vaterschaftstest durchführen lässt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro rechnen.

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